Die Lage auf den europäischen Automobilmärkten bleibt schwierig. Einzig der deutsche Markt hat bereits annähernd das Vorkrisenniveau erreicht.

Mit 269.144 Pkw lagen die Neuzulassungen im November in Deutschland um 4,2 Prozent höher als im Oktober und 2,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr rechnet das Kraftfahrtbundesamt mit rund 3,2 Millionen Neuwagen - das wären satte zehn Prozent mehr als 2010.

Damit entwickelt sich der Automobilmarkt in Deutschland deutlich besser als im übrigen Europa. "Der europäische Automobilmarkt befindet sich noch weit unter dem Niveau, das vor Ausbruch der Krise von 2008 bis 2009 erreicht wurde, und zwar um mindestens 15 Prozent", sagt Ludovic Subran, Chefsvolkswirt beim Kreditversichrerer Euler Hermes (Allianz-Gruppe).

Europäischer Markt schrumpft weiter

Die wirtschaftliche Realität habe die Märkte inzwischen eingeholt. Weil Anreizmaßnahmen wie die Abwrackprämie in vielen Ländern auslaufen und Sparbemühungen an ihre Stelle treten, bleibt die Lage der Branche schwierig. "Die europäische Automobilbranche dürfte 2012 um weitere 3 bis 5 Prozent schrumpfen", prognostiziert Subran.

Innerhalb Europas stellt sich die Lage höchst unterschiedlich dar. Während die Märkte in Großbritannien, Italien und Spanien immer noch um 20 bis 50 Prozent unter dem Vorkrisenniveau liegen, stabilisiere sich der deutsche Markt annähernd bei dem Wert, der 2008 erreicht wurde.

Die ungeachtet aller Krisen stabile Entwicklung des deutschen Automarktes wird durch eine aktuelle Umfrage unter Händlern bei mobile.de belegt. Die Ebay-Tochter, die nach eigenen Angaben das hierzulande größte Onlineangebot für Pkw, Nutzfahrzeuge und Motorräder betreibt, meldet, dass 76 Prozent der befragten Händler mit der Geschäftsentwicklung 2011 zufrieden sind.

Junge Gebrauchte sind in Deutschland begehrt

Von Januar bis November verbuchte der Gebrauchtwagenmarkt einen Zuwachs um 5,4 Prozent bei den Pkw-Besitzumschreibungen. Allerdings habe sich das Wachstum zum Jahresende hin verlangsamt.
 
"Der über Monate konstant hohe Durchschnittspreis und der schnellere Abverkauf der Fahrzeuge bei gleichzeitig zunehmender Angebotsanzahl sind aber Indikatoren für einen stabilen Markt im Jahr 2011", sagt Malte Krüger, Geschäftsleiter von Mobile.de.

Junge Gebrauchte waren bei dem Onlineportal in diesem Jahr besonders begehrt. Die Suchauswertungen zeigen außerdem, dass sich die deutschen Marken besonders gut verkauften, erst mit einigem Abstand folgen die ersten Importeursmarken.

Auch für 2012 sind die mobile.de-Händler optimistisch: Etwa die Hälfte der Befragten erwartet gleichbleibende oder sogar steigende Umsätze. Knapp 18 Prozent glauben, den Erfolg von 2011 im kommenden Jahr nicht wiederholen zu können.