Die Marktforscher der GfK gehen davon aus, dass der stationäre Einzelhandelsumsatz in diesem Jahr wächst. Allerdings sind die Chancen regional höchst unterschiedlich.

Der Umsatz im stationären deutschen Einzelhandel 2016 wird ein Volumen von 411,3 Milliarden Euro betragen. Das prognostiziert zumindest das Marktforschungsinstitut GfK in seiner Studie "Einzelhandelsumsatz 2016", die die Umsätze am Ort des Verkaufs in Deutschland misst. Die Einzelhandelsexperten von GfK erwarten, dass den stationären Handel 2016 insgesamt ein leichtes nominales Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert erwartet.

Die einwohnerstärksten Kreise weisen weiterhin die höchsten Umsatzsummen auf. Metropolen wie Berlin, Hamburg und München liegen im Ranking nach Umsatzsumme ganz vorn. Die Top 10 Kreise machen gemeinsam 17,7 Prozent des gesamten stationären Einzelhandelsumsatzes in Deutschland aus. Damit ist der Anteil gegenüber den Vorjahren weiter gewachsen. Ohnehin schon starke Einzelhandelsstandorte üben somit eine verstärkte Anziehungskraft auf die Konsumenten aus.

Zwar hat der Handel in Großstädten die Chance auf „optimale Markenpräsenz, starke Nachfrage und hohe Umsatzvolumina“, wie die GfK in der Studie schreibt. Zugleich finde sich dort aber auch bereits ein Überangebot für manche Branchen und Zielgruppensegmente, das mit einem Mangel an geeigneten Einzelhandelsimmobilien einhergehe.

Bei Expansionsplanungen und der Filialnetzpflege sind daher für den Handel im gesättigten deutschen Markt ausgewählte Mittelstädte von großer und weiter wachsender Bedeutung. Mittelstädte mit Versorgungsfunktion für ihr Umland erzielen rechnerische Pro-Kopf-Umsätze, die beim Doppelten des Bundesdurchschnitts von rechnerisch 5.065 Euro pro Kopf liegen.

Die Forscher weisen darauf hin, dass die Werte je Einwohner rein mathematische Vergleichsgrößen sind, da der Einzelhandel am jeweiligen Ort keineswegs nur von den Einwohnern dieses Ortes bestritten werde. Indem man die Einzelhandelsumsätze ins Verhältnis zu den Einwohnerzahlen setzt, ergebe sich jedoch ein erster Anhaltspunkt über die Anziehungskraft des Einzelhandels in dem jeweiligen Gebiet.

Zur Studie

Der GfK Einzelhandelsumsatz spiegelt die regionale Verteilung der stationären Einzelhandelsumsätze wider. Im Gegensatz zu der Studie GfK Kaufkraft, die am Wohnort des Konsumenten erhoben wird, wird der GfK Einzelhandelsumsatz am Standort des Einzelhandels gemessen. Er ist definiert als Umsatz des Einzelhandels (ohne Kfz-Handel, Kraft- und Brennstoffe) abzüglich des Versandhandels und zuzüglich der einzelhandelsrelevanten Umsätze von Bäckern, Konditoren und Fleischern.