Deutsche Unternehmen hinken beim Thema "Digitale Agenda" noch hinterher. Was den Grad der Digitalisierung angeht haben vor allem die Händler Nachholbedarf.

Für 68 Prozent der Unternehmen im deutschsprachigen Raum hat die digitale Transformation den Wettbewerb bereits verändert. Gut jede fünfte Firma rechnet als Folge bis 2020 mit einer neuen Marktlage. Aber 61 Prozent verfügen nicht einmal über ein Strategiepapier, um die Digitalisierung konkret anzugehen, zeigt die aktuelle Drei-Länder-Studie "Digitale Agenda 2020" des IT-Dienstleisters CSC. Dazu wurden 500 Unternehmensentscheider in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

Betrachtet man die Wettbewerbssituation der einzelnen Branchen, spüren schon 67 Prozent der befragten Entscheider aus dem Handel eine Veränderung. Nur in der Finanz- und Versicherungswirtschaft ist der Anteil mit 78 Prozent noch höher.

Beim Grad der Digitalisierung gibt jeder zweite Befragte aus Telekommunikationsunternehmen und IT-Dienstleister  sowie vier von zehn aus der Finanz- und Versicherungsbranche an, im Vergleich zu seinen Wettbewerber mit der eigenen Digitalstrategie gut aufgestellt zu sein. Im Handel denkt das gerade einmal jeder vierte Befragte. Der Durchschnitt quer durch die Branchen liegt bei 33 Prozent.

Produkte und Services wichtig

Als Aufgaben für die eigene "Digitale Agenda" geben gut vier von zehn befragte Entscheider aus dem Handel an, Produkt- und Serviceentwicklung mit Partnern und Kunden betreiben zu wollen. Fast ebenso viele würden ihre Aus- und und Weiterbildung auf Digitalisiwerungsprojekte ausrichten.

Für 37 Prozent der Befragten aus dem Handel ist die Anpassung der internen Technologielandschaft wichtig. Jeder dritte gab an, Methoden und Prozesse für Digitalisierungsprozesse entwickeln und knapp jeder vierte, Fachpersonal für Digitalisierungsprojekte rekrutieren zu wollen.

Wie die Umfrage weiter zeigt, ist die Schweiz im Ländervergleich mit der Planungsphase am weitesten fortgeschritten. Knapp jedes zweite Schweizer Unternehmen (48 Prozent) hat bereits eine digitale Agenda verabschiedet. In Österreich sind es 42 Prozent und in Deutschland 35 Prozent. Größte Stolpersteine für die Umsetzung sind zu wenig Fachkräfte, Finanzierungslücken und Mängel bei der Aus- und Weiterbildung.

Und was kostet das alles?

Das aufgeschlüsselt nach dem schon erreichten Grad digitaler Projekte im Wettbewerbsvergleich schätzen sich jedoch die deutschen Firmen mit 37 Prozent am fortschrittlichsten ein. Zum Vergleich: In Österreich und der Schweiz hält rund jedes vierte Unternehmen den eigenen digitalen Reifegrad für hoch bis sehr hoch.

Bei den Chancen der digitalen Transformation steht in allen drei Ländern eine verbesserte Kundenkenntnis- und Kundenbeziehung (47 Prozent) auf Platz eins. Was die Risiken angeht, bewegt die Unternehmen in den drei Ländern neben der Datensicherheit vor allem die Frage nach den Investitionen sowie die Zusammenarbeit mit externen Partnern.

Zur Studie

Die CSC-Studie "Digitale Agenda 2020" wurde von August bis September 2015 in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt. Die Nettostichprobe beträgt 500 Interviews in der sogenannten DACH-Region - davon 300 in Deutschland, 100 in Österreich und 100 in der Schweiz. Schwerpunkt der Teilnehmer waren Entscheidungsträger aus Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitern. Die Kernbranchen der Umfrage sind Industrieunternehmen, Handel und IT.