Das Jahr 2005 wird das beste Jahr für die deutsche Informationswirtschaft seit vier Jahren. Dies geht aus dem aktuellen Fakten- und Trendbericht hervor, der von TNS Infratest und dem Institute of Information Economics im Rahmen der globalen Benchmark-Studie "Monitoring Informationswirtschaft" für das BMWA erstellt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass Deutschland im europäischen Vergleich Spitzenplatzierungen belegt.

Das Jahr 2005 wird das beste Jahr für die deutsche Informationswirtschaft seit vier Jahren. Dies geht aus dem aktuellen Fakten- und Trendbericht hervor, der von TNS Infratest und dem Institute of Information Economics im Rahmen der globalen Benchmark-Studie "Monitoring Informationswirtschaft" für das BMWA erstellt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass Deutschland im europäischen Vergleich Spitzenplatzierungen belegt.

Europaweit führend sind die deutschen Unternehmen bei der Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien: 98 Prozent der Unternehmen nutzen nach eigenen Angaben Computer (höchste Penetrationsrate im europäischen Vergleich), 96 Prozent verfügen über einen Internetzugang (Rang 2), und 82 Prozent der Firmen in Deutschland präsentieren sich über eine eigene Website im Internet (ebenfalls Rang 2).

Bei der Nutzung dieser infrastrukturellen Möglichkeiten schöpfen deutsche Unternehmen ihre Möglichkeiten jedoch noch nicht in vollem Umfang aus. So bieten nur 39 Prozent aller Firmen in Deutschland ihren Kunden die Möglichkeit zum Online-Shopping, und weniger als 60 Prozent nutzen das Web zum Einkauf von Waren und Dienstleistungen (E-Procurement).

"Hier besteht bei deutschen Unternehmen ein klares Entwicklungspotenzial. Das Internet entwickelt sich zu einem der wichtigsten Vertriebskanäle, und wer hier nicht präsent ist, verliert schnell den Anschluss", so Dr. Sabine Graumann, Director Business Intelligence bei TNS Infratest.

Was für die Unternehmen gilt, trifft in ähnlichem Maße auch auf die Bevölkerung zu: In vergleichbarem Maße wie die Unternehmen finden auch die Bürger in Deutschland immer mehr Gefallen an den neuen Kommunikationstechnologien. Sowohl im Mobilfunkbereich als auch im Internet, bei Breitbandanschlüssen wie auch beim E-Commerce steigen die Nutzungszahlen kontinuierlich. Rund 55 Prozent der Deutschen nutzen mittlerweile das Internet, rund die Hälfte davon kauft online ein, es gibt annähernd ebenso viele Mobilfunkanschlüsse wie Einwohner in Deutschland, und immerhin ein Fünftel der Haushalte verfügt gegenwärtig über einen Breitband-Internetanschluss über DSL und Co.

"Diese Zahlen muss man jedoch im internationalen Vergleich betrachten. Die führenden IT-Nationen weisen unseren Untersuchungen zufolge teilweise beträchtlich höhere Penetrationsraten insbesondere in den Disziplinen Internetnutzung und Breitbandzugang auf", berichtet Florian Neinert, Research Manager und Leiter des Projekts "Monitoring Informationswirtschaft" bei TNS Infratest. So ist in Dänemark bereits mehr als ein Drittel aller Haushalte an das breitbandige Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen, im Breitband-Musterland Südkorea gar vier von fünf Haushalten. Und auch bei der Internetnutzung liegen die skandinavischen Länder mit Penetrationsraten von 70 Prozent und mehr deutlich über den Werten Deutschlands.

Die Entwicklung weist jedoch in die richtige Richtung, wie die mittlerweile im fünften Jahr in Folge durchgeführte Monitoring-Studie zeigt. Insbesondere im Mobilfunkbereich, aber auch bei der Internetnutzung und der Zahl der Breitbandanschlüsse konnten im vergangenen Jahr teilweise deutliche Zuwachsraten erzielt werden - sehr zur Freude der Anbieter von Informations- und Kommunikationsprodukten und Dienstleistungen, die ihren Umsatz in diesem Jahr voraussichtlich um mehr als drei Prozent steigern können und damit den Abwärtstrend der vergangenen Jahre endgültig durchbrechen werden.

Fazit: Die deutsche Informationswirtschaft steht im internationalen Wettbewerb nicht so schlecht da, wie oftmals kolportiert wird, es bedarf aber weiterer kontinuierlicher Anstrengungen, um den Anschluss an die Elite der führenden IKT-Nationen zu halten. Insbesondere bei der Verfügbarkeit und Nutzung breitbandiger Internetanschlüsse, einer Grundvoraussetzung für den weiteren wirtschaftlichen Erfolg der Branche, hat Deutschland klar Nachholbedarf.

Die Studie steht im Volltext zum kostenlosen Download zur Verfügung unter www.tns-infratest-bi.com

Sabine Graumann und Florian Neinert, TNS Infratest