Google Adwords ist ein wichtiger Lieferant für Traffic. Gerade auch für den Handel. Doch drei hartnäckige Irrtümer über Google-Werbung sind kaum aus der Welt zu schaffen. Wir unternehmen einen neuen Anlauf.

Preiswerter als die Schaltung von Anzeigen bei Google wäre natürlich, Besucher durch die Suchergebnisse in den Shop zu lenken. Aber nicht immer steht ausreichend Zeit zur Verfügung, um mittels SEO die gewünschten Kundenzahlen zu erreichen. Vielleicht greifen die Maßnahmen auch einfach nicht. Dann sind Anzeigenschaltungen eine gute Alternative. Doch rund um Adwords ranken sich seit vielen Jahren drei hartnäckige Irrtümer.

Verbessern Anzeigen Ihr SEO Ranking?

Diese Theorie höre ich seit vielen Jahren immer wieder im Dialog mit (selbst ernannten) Experten und sogar aus Agenturkreisen. Angeblich bewirken Ausgaben bei Adwords auch eine Verbesserung der Platzierung auf den Ergebnisseiten von Google selbst.

Man kann sich also (indirekt) doch eine gute Platzierung bei Google kaufen? Genauso lange, wie ich diese Theorie höre, suche ich nach einem Beweis dafür. Ich kenne niemanden, der jemals davon gehört hätte, dass die Theorie bewiesen worden wäre.

Mit anderen Worten: Das ist Mumpitz. Als Händler investieren Sie am besten nur dann in Adwords, wenn es Ihnen sinnvoll erscheint. Aber bitte nicht, um Ihre SEO-Maßnahmen zu unterstützen.

Nur Platz 1 ist der Platz an der Sonne?

Bei der Analyse der Anzeigen kommen viele Händler zu dem Schluss, dass es sinnlos ist, bei Adwords präsent zu sein, weil selbst nach einigen Investitionen anscheinend der erstrebenswerte Listenplatz 1 in den Anzeigen niemals zu erreichen ist.


Aber muss es immer der Platz 1 sein?

Auf diese Frage darf man eine durchaus ausweichende Antwort geben. Das hängt vom konkreten Produkt und der aktuellen Situation des Nutzers ab. Ein Beispiel: Wenn sich so eben die Festplatte in meinem Computer verabschiedet hat, ich aber unbedingt die Daten darauf benötige, hat ohne jeden Zweifel das Unternehmen die besten Chancen, dem es gelungen ist, das Stichwort „Datenrettung“ auf Platz 1 zu buchen. Schließlich stehe ich unter Druck und brauche Hilfe.

Suche ich dagegen entspannt nach einem neuen Kühlschrank oder einer Waschmaschine, kann auch die Anzeige auf Platz 4 oder sogar auf der Folgeseite erfolgreich sein.

Verallgemeinert darf aber den Plätzen 1–4 eine hohe Attraktivität bescheinigt werden.

Platzhalter sind die Universalwaffe

Gern werden die  Adwords-Platzhalter als Werkzeug mit dem höchsten Wirkungsgrad bei der Anzeigenkreation bezeichnet. Oft soll dessen Einsatz aber nur Einfallslosigkeit überdecken.

Falls Sie den Kniff nicht kennen: In Ihrem Anzeigentext dürfen Sie einen Platzhalter von Google einbringen, der dann das Keyword aufgreift, das der Nutzer eingegeben hat. Wenn die Suchabfrage bei Google also lautete: „Gummistiefel Markenware“, könnte der Platzhalter Ihren Anzeigentitel zu „Gummistiefel Markenware kaufen“ umformen. Das weckt natürlich die Aufmerksamkeit.

Der Ansatz ist prinzipiell auch richtig. Allerdings nur dann, wenn Sie es mit dem Instrument nicht übertreiben. Buchen sollten Sie damit nur Segmente, zu denen Sie auch tatsächlich Waren vorrätig haben und liefern können. Es bringt Ihnen (und vor allen Dingen auch dem Nutzer nichts), wenn Sie einen Hersteller oder ein Produkt auf diese Weise automatisiert bewerben, das dann gar nicht zu finden ist.

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