Noch ehe die weltgrößte Computermesse diese Woche ihre Pforten öffnet, können sich Neugierige auf der Website des Mobilfunk-Spezialist Xonio ein genaues Bild von den neuesten Trends im Mobilfunk machen.

Noch ehe die weltgrößte Computermesse diese Woche ihre Pforten öffnet, können sich Neugierige auf der Website des Mobilfunk-Spezialist Xonio ein genaues Bild von den neuesten Trends im Mobilfunk machen.

Die Vision ist klar: Die Mobilfunknetze der dritten Generation sollen praktisch überall freie Fahrt auf der Datenautobahn gewährleisten – mit einer Höchstgeschwindigkeit, die zumindest in der Theorie bis zu 30 Mal schneller ist als der heute übliche Internetzugang über die Telefonleitung.

Telefonieren, so die Hoffnung der künftigen UMTS-Anbieter, soll zur Nebensache werden. Denn das Handy wird dann im Handumdrehen Fotos verschicken oder für seinen Besitzer Musiktitel, Videoclips und die neuesten Spiele aus dem Internet holen. Die CeBIT 2001 gibt einen Vorgeschmack auf das UMTS-Zeitalter und die multimedialen Endgeräte, die mit einem Mini-Farbbildschirm und Extras wie etwa einer eingebauten Kamera aufwarten.


Der Wandel ist bereits in vollem Gange

Zwar werden die UMTS-Netze in Deutschland erst gegen Ende des kommenden Jahres an den Start gehen. Der Wandel vom Mobiltelefon zum universell einsetzbaren Kommunikationsgerät allerdings ist bereits in vollem Gange. Schon heute verfügbare Techniken wie der Datenfunk per HSCSD-Kanalbündelung (High Speed Circuit Switched Data) oder GPRS (General Packet Radio Service) bringen die Mobilfunknetze auf Trab.

GPRS zerteilt die Dateien für die Übertragung in kleine Pakete, die den Weg durch die Mobilfunknetze schneller passieren. Bisher genießen GPRS-Handys allerdings noch Seltenheitswert. Doch das soll sich bald ändern: Für die nächsten Monate haben die Hersteller eine wahre Modellflut versprochen. Weltmarktführer Nokia dürfte auf der CeBIT sein erstes GPRS-Modell zeigen. Siemens präsentiert das S45. Motorola, Alcatel, Philips, Sagem und Samsung wollen jeweils gleich mehrere neue Modelle für den paketorientierten Datenaustausch vorstellen


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Smartphones - Antwort auf die multimediale Herausforderung?

Den multimedialen Herausforderungen der Zukunft besser gewachsen als die heutigen Handys mit ihren winzigen Tasten und Anzeigen sind so genannte Smartphones. Die Kombigeräte vereinen Handy und Mini-Computer, die als elektronische Terminplaner (PDA: Personal Digital Assistent) bei den Business-Anwendern ohnehin im Trend liegen. Ihre größeren Abmessungen und ihr höheres Gewicht gleichen die Smartphones von Nokia, Trium, Sendo, Ericsson, Sagem oder Motorola durch eine großzügigere Anzeige aus. Einige Modelle können Internetseiten in Farbe darstellen und erleichtern die Bedienung mit einer Tastatur oder einem berührungsempfindlichen Display, das auf Stifteingaben reagiert. Keineswegs geklärt ist bislang, ob der Technomade eines Tages mit einem einzigen Universalgerät um die Welt reist. Zumal die unterschiedlichsten Geräte künftig Daten problemlos untereinander austauschen können.


Bluetooth vernetzt das Handy mit der Kamera

Noch in diesem Jahr soll der Funkstandard Bluetooth Handys, PDAs, Notebooks, digitale Fotoapparate, Videokameras, den Heim-PC oder Drucker drahtlos miteinander vernetzen. Während der schnurlose Datenaustausch bisher nur möglich war, wenn die Infrarot-Schnittstellen zweier Geräte "Blickkontakt" zueinander hatten, kann das Mobiltelefon beim Bluetooth-Datentransfer zum Beispiel mit einem Computer in der Jackentasche oder im Aktenkoffer bleiben. Hersteller wie Psion und Siemens machen Notebooks mit Bluetooth-Adaptern fit für die Vernetzung im großen Stil. Ericsson bietet bereits eine Bluetooth-fähige Freisprecheinrichtung an. Eine Lösung, die für das Mobiltelefon in seiner heutigen Form der Anfang vom Ende sein könnte. Schließlich können dann auch PDAs mit einem ansteckbaren oder integriertem Handy-Modul die Aufgabe des heutigen Mobiltelefons übernehmen. Der Fantasie, so die Protagonisten der schönen neuen Mobilfunkwelt, sind keine Grenzen gesetzt. (DS)