Die Bekleidungsdienstleister legen mittlerweile individuell variierbare Kollektionen auf. Weil schick aber meist etwas teurer ist, lohnt der Preisvergleich.

Kunden stellen klare Ansprüche. Auf die Frage, ob Verkäuferinnen und Verkäufer einheitliche Kleidung tragen sollen, antworten die meisten mit einem eindeutigen Ja – so eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts rs-research & consulting, Bielefeld. Wobei die konkreten Zahlen naturgemäß je nach Handelsbranche variieren: In Metzgereiabteilungen erwarten 82 Prozent ein entsprechendes Outfit. Es folgt die Back-Theke (68,6 Prozent) und der Lebensmitteleinzelhandel insgesamt (60,2 Prozent). Dem Personal im Non-Food-Handel dagegen gesteht die Mehrheit der Kunden eine eher lockere Kleiderordnung zu.

Was verbinden die Kunden mit einheitlicher Kleidung? Dazu gibt eine Studie der ETSA (European Textile Services Association) Aufschluss: Fast alle deutschen Verbraucher (97 Prozent) begrüßen es, wenn sie beim Betreten eines Geschäftes die Mitarbeiter auf den ersten Blick als solche identifizieren können. 56 Prozent sagen, dass CI-Kleidung, kurz für Corporate Identity, ihr Vertrauen zum Geschäft positiv beeinflusst. 59 Prozent sehen die Glaubwürdigkeit des Betriebes gestärkt. Und immerhin 40 Prozent vermuten sogar, dass solche Kleidung auch Ausdruck einer besseren Produkt- und Servicequalität sein kann.

Modisch aktuell

„Berufskleidung schafft nachweislich Vertrauen und vermittelt den Eindruck von Professionalität. Für den Kunden bedeutet die gepflegte Berufsbekleidung ein angenehmeres Shoppingerlebnis und zeigt, dass man kompetent und service-orientiert arbeitet“, sagt Petra Rozynski, Key Account Managerin bei der CWS-Boco Deutschland GmbH. Bonni Narjes vom Dienstleister Mewa ergänzt: „Nichts ist peinlicher für den Kunden als aus Versehen einen anderen Kunden als Verkäufer anzusprechen.“

Dies sehen auch die meisten Handelsunternehmer so: „Für große Handelsketten ist CI-Kleidung längst eine Selbstverständlichkeit, kleine Einzelhändler allerdings zeigen sich nach wie vor eher zögerlich“, so Christiane Schulz von Initial Textil- und Waschraumservice,  der Marke für Dienstleistungen im Bereich Berufskleidung und Waschraumhygiene des Rentokil Konzerns.

Die Dienstleister haben mittlerweile ansehnliche, modisch aktuelle und individuell variierbare Kollektionen entwickelt, die eine betriebsspezifische Umsetzung der Corporate Identity leichter machen. Weil ein scharfer Wettbewerb unter den Mietbekleidungsfirmen tobt, können Handelsunternehmen darüber hinaus auf günstige Preise hoffen.

1. Das Angebot

Berufskleidung wird immer vielfältiger, bequemer und lockerer, die Farbpalette umfangreicher, die Schnitte differenzierter. Das ist auch notwendig, um mehr Akzeptanz bei den Trägern zu erreichen. Das Internet verschafft einen Überblick über Leistungen und handelsspezifische Kollektionen der Dienstleister. Neben Alsco, dem Marktführer unter den Anbietern von gewerblicher Mietbekleidung, sind weitere Firmen wie Mewa Textil-Service AG (http://www.mewa.de/), Initial (http://www.initialservice.de/) und Boco (http://www.boco.de/) zu nennen. Sie sind im Branchenverband Intex organisiert, dort (http://www.intex-verband.de/) finden sich auch die Kontaktdaten weiterer Anbieter.

2. Der Service

Professionelle Dienstleister sollten in der Lage sein, mit Feingefühl für den lokalen Markt, für das betriebliche Budget und für die individuelle Positionierung des Händlers geeignete Produktlinien und spezielle Variationen vorzuschlagen. Zum kostenlosen Einstiegsservice sollte weiterhin gehören: ausführliche Informationen zu den spezifischen (hygienischen) Anforderungen an die Bekleidung, Beratung hinsichtlich der Schnitte, Größen und Mengen sowie hinsichtlich der Wechselhäufigkeiten und Wechselzeitpunkte der Textilien, außerdem detaillierte Informationen über Pflege- und Servicekonditionen.

3. Der Vertrag

Die im Dienstleistungsvertrag festgelegten Leistungen beinhalten im Regelfall: Bringen und Holen, Erfassen und Sortieren, Waschen, Trocknen, Glätten, Prüfen und Zusammenlegen. Dazu gehören die Qualitätskontrolle inklusive Reparaturen und (falls nötig) der Austausch. Der Vertrag läuft meist drei Jahre und kann danach jährlich gekündigt werden.

4. Die Kosten

Mit konkreten Angaben zu den Kosten ihrer Dienstleistung halten sich die Anbieter vornehm zurück. „Eine Kostenkalkulation machen wir für jeden Kunden individuell“, erläutert Petra Rozynski von der Firma Boco. „Die Mietpreise von Standardartikeln wie Schürzen und Hosen allerdings bewegen sich im Bereich von Cent-Beträgen.“
Diese beziehen sich auf die Kosten pro Mitarbeiter und pro Woche. Daran sind die Angebotskalkulationen der Dienstleister ausgerichtet – zumal so auch im Falle von Personalfluktuation keine Missverständnisse aufkommen können.

Die Gebühr für die Ausstattung eines Mitarbeiters orientiert sich im Wesentlichen am Anschaffungspreis der Wäsche, an der Zahl der Garnituren und an den zusätzlichen Leistungen. Die Anschaffungskosten werden auf die Nutzungsdauer verteilt, hinzu kommen die Kosten der Wäschepflege und Instandhaltung. Daraus ergeben sich die Gesamtkosten pro Mitarbeiter. Wobei die Anbieter unterschiedliche Abrechnungsmodalitäten praktizieren, seien es Gesamtrechnungen oder Teilrechnungen für einzelne Serviceleistungen. Um Vergleichbarkeit herzustellen, sollte der Händler also stets Preis und Gesamtleistungspaket gegenüberstellen.

5. Der Kostenvergleich

Bei den Großbetrieben des Handels wird eine Vergleichsrechnung fast durchgängig zugunsten des Outsourcing ausfallen. „Aber auch für kleine Betriebe ab zwei Mitarbeitern lohnt sich eine Leasing-Lösung“, meint Petra Rozynski. Der Händler jedenfalls sollte genau nachrechnen und alle Kosten einer hausinternen Lösung berücksichtigen.

Klaus Manz

Dieser Artikel erschien in Der Handel, Ausgabe 5/09