Für den GfK-Konsumforscher Bürkl ist die geringe Sparneigung der Deutschen auf lange Sicht problematisch. Auch die Wahl in Griechenland könnte sich auf das Konsumklima auswirken.

Der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl sieht in der rapide sinkenden Sparneigung der Bundesbürger ein Risiko für die Zukunft. "Für den Konsum ist das kurz- und mittelfristig positiv. Aber Geld, das jetzt ausgegeben wird, statt es anzusparen, ist Geld, das später für den Konsum fehlt", sagte Bürkl der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist zu befürchten, dass wir die Rechnung für die derzeit extrem geringe Sparneigung in Zukunft serviert bekommen, etwa in Form von Altersarmut", gab der Konsumforscher zu bedenken.

Nach seinen Angaben sank die Sparneigung der Bundesbürger im Januar mit minus 62,6 Punkten auf ein Allzeittief. "Ich hatte eigentlich gedacht, dass mit dem Dezember-Wert der endgültige Tiefpunkt erreicht ist. Es geht aber immer noch tiefer. Dabei ist im Januar die jüngste EZB-Entscheidung zu verstärkten Anleihekäufen darin noch gar nicht eingepreist", betont Bürkl. Ein weiteres Abrutschen der Sparneigung sei also gut möglich.

Angst vor den Griechen

Für schwer einschätzbar hält der Nürnberger Konsumforscher die Folgen der Wahl in Griechenland. "Das wird sich dann auf das Konsumklima auswirken, wenn deutsche Konsumenten das Gefühl bekommen, sie könnten davon auf irgendeine Weise belastet werden. So etwa schafft unterschwellige Unsicherheit und könnte auf das Konsumklima drücken", glaubt Bürkl. Denn die Mehrheit der Deutschen sei nun mal der Auffassung, dass Griechenland ohne Abstriche seine Schulden bezahlen müsse.

Spannend bleibt in den Augen des GfK-Experten auch die Frage, welche Auswirkungen der am Jahresanfang eingeführte Mindestlohn auf das Konsumverhalten der deutschen Verbraucher haben werde. Zum einen sorge der Mindestlohn bei bestimmten Einkommensgruppen für mehr Einkommen. Auf der anderen Seite könnten bestimmte Arbeitsplätze aber wegen der Mindestlohn-Regelung gestrichen, andere gar nicht erst geschaffen werden, etwa bei klassischen Dienstleistungen, gibt Bürkl zu bedenken. "Das ist nun die spannende Frage, welcher Effekt sich stärker auswirkt."