Die Geiz-ist-geil-Mentalität ist vorbei: Vor der Konsumgütermesse Ambiente stellt Messegeschäftsführer Braun eine Studie vor, nach der die Konsumenten bei der Produktauswahl wieder auf Qualität, Nachhaltigkeit und soziale Aspekte achten.

Mit Topf, Teller, Besteck, Kerzen, Schmuck und Leuchten wird in Deutschland jeder sechste Euro des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. "Anders ausgedrückt: Das Nachfragevolumen des deutschen Konsumgütermarktes beträgt 400 Milliarden Euro", sagte Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, anlässlich der Wirtschaftspressekonferenz der Konsumgütermesse Ambiente.

Damit habe Deutschland einen Anteil von 4 Prozent am weltweiten Volumen des Konsumgüterhandels, der sich auf rund 9,5 Billionen Euro beläuft.

Braun freute sich, dass sich das Kaufverhalten der Deutschen ändert: "Die Ära 'Geiz ist geil' ist vorbei" kommentierte er die Ergebnisse einer Forsa-Studie, die die Messe Frankfurt im Rahmen der Ambiente in Auftrag gegeben hatte. Demnach zählt für die deutschen Konsumenten inzwischen nicht mehr vor allem der Preis. "Hohe Qualität, besonderes Design und nachhaltige Produkte sind ihnen wichtiger", so Braun.

Qualität zählt wieder was

Neun von zehn Deutschen sind der Umfrage zufolge bereit, für Qualität und hochwertige Produkte wieder mehr Geld auszugeben. Vier von zehn Deutschen würden dafür sogar "deutlich mehr" ausgeben. "Auch hat sich ein ganz klarer Wandel im Laufe der Zeit vollzogen. Denn 68 Prozent der Befragten achten beim Einkauf stärker auf Qualität als früher", sagte Braun.

Aber nicht nur die Qualität, sondern auch das Aussehen eines Produkts müsse
Stimmen: 88 Prozent der Befragten gaben an, beim Kauf einzelner Produkte auf
gutes Design zu achten. Davon profitierten vor allem die großen Markenartikler: "Nahezu die Hälfte der Deutschen achtet beim Kauf von Wohnungseinrichtung
auf Markenhersteller, die einen guten Ruf haben", erläuterte Braun.

Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit

Weitere Kaufkriterien seien Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit. "Jeder spricht darüber, wir können nun erstmals belegen, dass sie eine große Rolle bei der Kaufentscheidung spielen. Denn 70 Prozent der Deutschen würden für ein Produkt mehr bezahlen, wenn es besonders ressourcenschonend produziert wurde", berichtete Braun. "Und 60 Prozent achten beim Einkauf heute stärker darauf, ob Produkte ökologisch und sozialverträglich produziert sind."

Alle diese Zahlen zeigten, dass der Aufschwung beim Verbraucher angekommen ist: "Die Konsumbremse ist gelöst", so das Fazit des Messegeschäftsführers. "Die Menschen haben mehr Geld in der Tasche und wollen und werden dieses für qualitativ hochwertige, design-orientierte und nachhaltige Produkte ausgeben."