Um die Leasingraten niedrig zu halten, haben viele Autohäuser den Restwert von Fahrzeugen zu hoch angesetzt. Das rächt sich nun: Der ADAC schließt Händlerpleiten nicht aus.

Zahlreiche Autohändler werden in den kommenden Monaten auf Grund falsch kalkulierter Leasinggeschäfte herbe Verluste hinnehmen müssen. Die Folge könnte zahlreiche Insolvenzen sein, meldet der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) in der Märzausgabe seiner Zeitschrift Motorwelt. 

Demnach haben viele Händler beim Kilometerleasing jahrelang mit überhöhten Fahrzeugrestwerten gearbeitet, um die Leasingraten "kundenfreundlich" niedrig zu halten. Inzwischen hat jedoch der Preisverfall vor allem bei großen, viel Kraftstoff schluckenden Premiumkarossen dazu geführt, dass die im Leasingvertrag festgelegten Restwerte nicht mehr zu erzielen sind.

Restwertrisiko beim Händler

Beim Kilometerleasing liegt das Restwertrisiko beim Händler. Jedes  Fahrzeug, das nach der Rückgabe nicht zum kalkulierten Preis weiterverkauft werden kann, bringt einen Verlust. Die Crux: Es kommen ziemlich viele Fahrzeuge zurück. Immerhin sind zwei Drittel aller Autos in Deutschland geleast oder finanziert.

Wenn Autohäuser zahlungsunfähig werden, könne das aber auch für die Verbraucher schlimme Folgen haben, warnt der Automobilclub: Wer beispielsweise für ein Fahrzeug bereits eine An- oder Vorauszahlung geleistet hat, muss damit rechnen, dass das Geld verloren ist. Auch die Rücknahme von bereits ausgelieferten Fahrzeugen, etwa wenn sie trotz Nachbesserungsversuchen noch immer Mängel aufweisen, ist dann nicht mehr möglich.

Neuwagengarantie unanbhängig vom Händler

Anders verhält es sich mit der Neuwagengarantie. Diese bleibt dem Kunden auch dann erhalten, wenn der Händler, bei dem das Fahrzeug gekauft wurde, pleite ist.

Die Garantieleistungen beschränken sich aber laut ADAC lediglich auf Reparaturen. Sie müssen während der gesamten Garantielaufzeit von jeder Vertragswerkstatt kostenfrei durchgeführt werden.