Neue Kauflaune, deutlich gestiegene Einkommenserwartungen: Die Verbraucher sind im Juni wieder in besserer Stimmung, hat die GfK ermittelt.

Nachdem die Einkaufsstimmung unter den Verbrauchern zuletzt etwas gedämpft war, gab es im Juni eine Rückkehr der guten Laune, wie die GfK festgestellt hat. Der von den Nürnbergern monatlich aufgestellte Konsumklimaindex beträgt 5,6 Punkte. Für den Juli sagt die GfK einen Anstieg auf 5,7 Punkte vorher. Im Juni 2010 lag der Indexwert noch bei 3,5 Punkten.

Nach den Meldungen des Statistischen Bundesamts sind die realen privaten Konsumausgaben im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent gestiegen. Die neue Konsumfreude wurde auch schon in einer umfangreichen Verbraucherstudie der Unternehmensberatung Boston Consulting ermittelt.

Hohe Konjunkturerwartungen

Hauptverantwortlich für diese Ausgabefreude dürfte der Glauben an das Wachstum der deutschen Wirtschaft sein. Der GfK-Index für die Konjunkturerwartung stieg im Juni um 4,2 auf 50,3 Punkte - das sind fast 45 Punkte mehr als im Vorjahresmonat.

Untermauert werden diese positiven Zahlen von den Daten des Statistischen Bundesamts. Demnach wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal mit 1,5 Prozent sehr stark. Im Vergleich zum Vorjahresquartal steht sogar ein Plus von kalenderbereinigt 4,9 Prozent zu Buche. Inzwischen gehen die Experten für das Jahr 2011 von einem Zuwachs des realen BIP von mehr als 3 Prozent aus.

Es überrascht daher nicht, wenn auch die Einkommenserwartung der Deutschen gestiegen ist. Nach einem Plus von 18,7 Zählern weist der entsprechende Gfk-Indikator aktuell 44,6 Punkte auf (Vorjahr 8,2 Punkte). Bereits im ersten Quartal sind die Reallöhne laut Statistischem Bundesamt um durchschnittlich 2 Prozent gestiegen.

Mehr Geld im Portemonnaie erwartet

Folglich ist auch die Anschaffungsneigung der Deutschen gestiegen. Im Mai verlor der entsprechende Indikator noch 2,7 Punkte. Einen Monat später gab es ein Plus von 3,5 auf nun 35,1 Punkte (Vorjahresmonat 30,4 Punkte).

Nach wie vor vorhandene Risiken für die Konjunktur, wie die Schuldenkrise in der Eurozone und hohe Energiepreise, sind im Frühsommer dieses Jahres in der Wahrnehmung der Verbraucher etwas in den Hintergrund getreten, hat die GfK festgestellt.

Die Ergebnisse der monatlichen Studie basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden.