Der Kampf um die kostenpflichtige Plastiktüte ist zäh. Am 1. April sollte eine Vereinbarung zwischen Handelsverband und Umweltministerium in Kraft treten. Daraus wird nichts. Ab wann die Selbstverpflichtung gelten soll, könnte sich Ende des Monats entscheiden.

Die Pläne der Einzelhandelsbranche zur Einführung einer mehr oder weniger flächendeckenden Plastiktütengebühr verzögern sich. Hoffnungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bundesumweltministerium könne rechtzeitig zum 1. April in Kraft treten, haben sich nicht erfüllt. Das Bundesumweltministerium teilte am Donnerstag mit: "Wir befinden uns noch in den Verhandlungen mit dem Einzelhandel, um letzte offene Punkte zu klären."

Mit einem Ergebnis rechnet das Ministerium im Laufe des Aprils. Dann werde auch das Datum genannt, zu dem die Selbstverpflichtung in Kraft trete.

Erst 60, dann 80 Prozent kostenpflichtige Tüten

Die geplante Vereinbarung sieht nach früheren Angaben des HDE vor, dass in einem ersten Schritt mit dem Inkrafttreten zunächst rund 60 Prozent der ausgegebenen Plastiktüten bezahlt werden müssen. Innerhalb von zwei Jahren soll ein Anteil von mindestens 80 Prozent kostenpflichtiger Tüten erreicht sein. Den Preis für die Tüte lege jedes Unternehmen selbst fest, so der HDE.

Nach einer Vorgabe der EU muss der Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststofftüten bis zum Jahr 2025 auf 40 Tüten im Jahr sinken. Derzeit benutzt jeder Einwohner Deutschlands im Jahr im Durchschnitt 71 Tüten.