Unternehmensportale vereinfachen Angebot und Administration der privaten Altersvorsorge

Mit dem neuen Rentengesetz müssen Firmen ab 2002 ihren Mitarbeitern ermöglichen, zunächst 1% ihres Bruttoeinkommens für den Ruhestand anzulegen. Finanzdienstleister bereiten für diesen Markt neue Produkte vor und sehen in Mitarbeiterportalen von Firmenkunden eine geeignete Plattform zur Neukundengewinnung. Die Firmenkunden interessieren sich vor allem für sichere Produkte und eine einfache Abwicklung. Sie fordern deshalb von Finanzanbietern administrative Unterstützung bei der Information der eigenen Mitarbeiter über Altersvorsorgeprodukte und Vertragsbedingungen, Gebühren und Erträge.

So wollen sie dem "Anspruch auf Gehaltsumwandlung", d.h. der Abführung der Beiträge mit der Gehaltsabrechnung, gerecht werden. Da die Zeit knapp ist, sind Finanzanbieter gezwungen, ihren Firmenkunden schnellstmöglich Lösungen für die Internetberatung und -abwicklung der neuen Riester-Rente anzubieten. Dass Firmenintranets, die ohnehin nur von wenigen Unternehmen für derartige Transaktionen eingeplant werden, nicht geeignet sind, zeigt eine aktuelle Studie von Forrester Research mit dem Titel "Internet zähmt Rentenmonster".

Intranets bieten laut Forrester nicht die erforderlichen Funktionen, und eine Erweiterung zu einer interaktiven Portalanwendung würde bedeuten, dass im Durchschnitt mehr als sieben IT-Systeme von verschiedenen Abteilungen wie Marketing, Personal und Vertrieb zusammengeführt werden müssten: Das kostet Zeit und vor allem Geld.

Nach Meinung von Nastasja Senn, Analystin bei Forrester Research, sollten Finanzdienstleister Webtechnologien nutzen, um das Geschäft mit der Belegschaft von Unternehmen zu gestalten und auszubauen. "Entscheidend für die anzubietende Internetlösung ist, ob in einem Unternehmen ein betriebliches Altersvorsorgesystem vorhanden ist oder nicht," so Senn. "Gerade kleinere und mittlere Firmen haben kein Altersvorsorgesystem und auch nicht das Wissen und die Ressourcen zum Aufbau. Sie suchen Finanzanbieter, die eine Komplettlösung anbieten und eine direkte Vertragsbeziehung zu den Mitarbeitern schaffen." Ein einfacher Internetlink zum Finanzanbieter kann hierbei eine sehr gute Lösung sein für kleinere Unternehmen. Für die 60% der deutschen Unternehmen, die ihrer Belegschaft heute schon Altersvorsorgemodelle bieten, sollten Finanzdienstleister auf die direkte Anbindung ihres eigenen Bestandsverwaltungssystems an die Personalsysteme in den Firmen setzen. Alle Riester-relevanten Informationen wie Mitarbeiterwechsel oder Gehaltserhöhungen fließen automatisch in die Datenbanken der Finanzanbieter. Eine doppelte Datenerfassung wird so vermieden und die Personalabteilung bleibt der zentrale Ansprechpartner für alle Vorsorgefragen.

Die Zukunft sieht Senn aber in Unternehmensportalen, die verschiedene Abteilungen, Mitarbeiter und externe Dienstleister vernetzen. Bis 2004 werden deutsche Unternehmen Mitarbeiterportale aufbauen, die die individuelle Vorsorgeplanung der Mitarbeiter mit direktem Abschluss beim Finanzanbieter ermöglichen. Damit biete sich den Finanzdienstleistern eine Gelegenheit zur Steigerung ihrer Cross-selling-Raten, denn durchschnittlich schließt nicht einmal jeder zweite Kunde heute eine weitere Versicherung bei demselben Anbieter ab. Senn ist überzeugt, dass Unternehmen ihre Mitarbeiterportale nach außen öffnen und komplexe Vorsorgenetzwerke, bestehend aus verschiedenen Arbeitgebern, Banken, Versicherungen, Maklern und Vorsorgeberatern, diese dann ablösen. (JR)


KONTAKT:

Forrester Research GmbH & Co. KG
Hanauer Landstrasse 135-137
60314 Frankfurt am Main
Tel: 069-43089152
Fax: 069-43089197
Internet: www.forrester.com/de