Die Kaufingerstraße in München ist nicht nur die teuerste sondern auch die meist frequentierteste Einkaufsstraße in Deutschland. Frankfurt holt im Top-10-Ranking der besten Lagen auf.

Die Wirtschaftskrise führt offenbar nicht dazu, dass die Deutschen dem Cocooning anheimfallen und ihre Freizeit ausschließlich in den eigenen vier Wänden verbringen. Über einen Besuchermangel können die Einkaufsmeilen in Deutschland jedenfalls nicht klagen, denn die Passantenfrequenz in den deutschen Fußgängerzonen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent.

Dies geht aus der Erhebung des Maklerunternehmens Kemper's Jones Lang hervor, die alljährlich am Samstag, den 18. April, zwischen 13.00 und 14.00 Uhr bundesweit in 170 Städten durchgeführt wird. Fast 725.000 Passanten wurden gezählt - im Vergleich zu 2008 eine Steigerung um rund 8 Prozent.

Deutlicher Zuwachs bei der Passantenfrequenz

Auch der Mittelwert der vergangenen fünf Jahre wird damit um 2 Prozent übertroffen. „Die Passantenfrequenz ist eine Momentaufnahme mit hoher Aussagekraft für die Standortqualität. Nachhaltige Frequenzänderungen beeinflussen den erzielbaren Umsatz der Einzelhändler und wirken sich in der Folge auf die Mietnachfrage und -höhe aus.

Nicht umsonst weisen die Rankings nach Passantenzahlen und Miethöhe Parallelen auf. Einzelhändler nutzen die Frequenz als interessanten Indikator für ihre Expansionsplanung", kommentiert Rüdiger Thräne, Geschäftsführer Kemper's Jones Lang LaSalle Retail GmbH, die Bedeutung der Erhebung.

Top 3: Kaufingerstraße, Frankfurter Zeil und Kölner Schildergasse

Das Städteranking weist die Münchner Kaufingerstraße mit 14.130 Passanten pro Stunde als meistbesuchte Einkaufs­meile Deutschlands aus. Die Frankfurter Zeil folgt mit 12.940 Passanten auf Rang zwei und profitiert von der Anziehungskraft des neu eröffneten Shoppingcenters MyZeil. Fast gleichauf erreicht die Kölner Schildergasse mit 12.115 Passanten Rang drei. Die Top dre erweisen sich einmal mehr als sehr beharrlich. In den vergangenen drei Jahren gab es nur innerhalb des Trios Verschiebungen.

Hamburg zweimal in den Top 10

Mit 11.180 Passanten pro Stunde verbessert sich die Stuttgarter Königstraße auf Platz vier. Die Spitaler Straße in Hamburg lässt in diesem Jahr die Mönckebergstraße knapp hinter sich und zählt mit 10.925 Passanten zu den Top 5. In Nürnberg bestätigt die Karolinenstraße das gute Vorjahresergebnis und kommt mit 10.700 Passanten erneut auf Rang sechs.

Quelle: Kemper´s
Quelle: Kemper´s
Die Wiesbadener Kirchgasse kann ihren Top-10-Eintritt aus dem Vorjahr verteidigen und verbessert sich mit 10.500 Personen auf Rang sieben. Mit 10.350 Passanten folgt mit der Hohe Straße die zweite Kölner Toplage in den bundesweiten Top 10. Auch Hamburg bietet mit der Mönckebergstraße, durch die in Spitzenzeiten bis zu 10.275 Passanten pro Stunde flanieren, eine zweite Lage in der Spitzengruppe. Die Münsteraner Ludgeristraße hält mit 9.390 Passanten ihren 2008 erreichten Top-10-Einstieg aufrecht.

Berlin, Dortmund und Düsseldorf mit Top-25-Platzierungen

Der Dortmunder Westenhellweg zählt erstmals nicht zu den Top 10. Mit 8.970 Passanten pro Stunde hat sich die Lage im Vergleich zu 2008 dennoch leicht verbessert und belegt Rang elf. Berlins Top-Lagen Kurfürstendamm, Tauentzien-straße und Alexanderplatz erreichen mit jeweils mehr als 8.000 Passanten die Ränge 14, 16 und 17.

In Düsseldorf meldet sich die Kaufhausmeile Schadowstraße zurück und setzt sich mit 8.340 Passanten und Rang 15 wieder vor die Flinger Straße. Diese setzt ihren Aufwärtstrend fort und rangiert mit 7.640 Passanten auf Platz 20. Neuzugänge unter den Top 25 sind die Aachener Adalbertstraße und die Bielefelder Toplagen Bahnhof- und Niedernstraße mit jeweils mehr als 7.500 Passanten pro Stunde.

Leipzig mit der meistbesuchte 1a-Lage in Ostdeutschland

In Ostdeutschland zeigt sich die Leipziger Petersstraße weiter als Nummer eins und belegt bundesweit Rang 13. Mit 8.955 Passanten pro Stunde übertrifft sie die bestfrequentierten Lagen Berlins. Auch die zweite Leipziger Toplage Grimmaische Straße schafft es mit knapp 8.000 Passanten unter die Top 20. Weitere gut besuchte Einkaufsmeilen in Ostdeutschland sind die Prager Straße in Dresden (5.445 Passanten pro Stunde / Rang 45), die Kröpeliner Straße in Rostock (4.975 / 54), die Brandenburger Straße in Potsdam (4.020 / 73) und der Erfurter Anger (3.605 / 82).

Düsseldorfer Kö weiterhin bestbesuchte Luxusmeile

Bei den Luxusmeilen bleibt die Düsseldorfer Königsallee mit 5.950 Passanten/Stunde die bestbesuchte Lage ihrer Art. Mit großem Abstand folgt die Frankfurter Goethestraße mit 2.780 Passanten/Stunde. Der Hamburger Neue Wall zieht bis zu 2.100 Passanten pro Stunde an, die Münchner Maximilianstraße kommt auf 1.990.

Höchste Dichte an Hochfrequenz-Lagen in NRW

Die mit Abstand höchste Dichte an hochfrequentierten Einkaufsmeilen weist Nordrhein-Westfalen auf. Neun der 25 bestplatzierten Einkaufsstraßen stammen aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland. Es folgen Bayern und Berlin mit je drei Top-25-Platzierungen. Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Sachsen sind jeweils zweifach vertreten.

München und Berlin weisen die meisten Hochfrequenzlagen unter Deutschlands Metropolen auf. Mit Kaufingerstraße, Neuhauserstraße, Weinstraße und Tal bietet München gleich vier Einkaufsstraßen, die in Spitzenzeiten von mehr als 5.000 Passanten pro Stunde aufgesucht werden. Berlin zieht in diesem Jahr mit den Lagen Kurfürstendamm, Tauentzienstraße, Alexanderplatz und Wilmersdorferstraße gleich.

Düsseldorf und Hamburg bieten den Einkaufswilligen je drei Straßen dieser Anziehungskraft. In Dortmund, Hannover, Köln, Leipzig und Nürnberg haben die Konsumenten die Wahl zwischen jeweils zwei zugkräftigen Topmeilen. In Frankfurt und Stuttgart konzentriert sich das Geschehen auf die Zeil bzw. Königstraße.