Die angespannte Wirtschaftslage lässt auch die Technologiebranche nicht zur Ruhe kommen.

Beans hat Insolvenz angemeldet. Dies geht aus einer aktuellen Online-Meldung des Webmagazins eMarket hervor. Vor drei Jahren noch sei der E-Commerce-Spezialist Beans AG vom damaligen Bundespräsidenten Herzog als "erfolgsversprechenstes Startup" ausgezeichnet worden. Jetzt seien die Starnberger pleite, resümiert eMarket. Die Ende 1997 gegründete Firma leide unter der allgemeinen IT-Flaute. "Das Geld sitzt nicht mehr locker in der Tasche", beschreibt Pressesprecher Peter Brickwede die neue Bescheidenheit der B-to-B-Kundschaft gegenüber dem Webmagazin. Der Umsatz werde in diesem Jahr voraussichtlich von 6 auf 4,5 Mio. DM absacken.

Als weiteren Grund für den tiefen Fall von Beans nennt eMarket den Absprung eines Investors, der die kürzlich anstehende zweite Finanzierungsrunde hätte platzen lassen. Laut eMarket-Meldung hat Beans-Chef Martin Fischer darum Insolvenzantrag beim Amtsgericht Weilheim gestellt. 40 der 70 Stellen seien bereits gestrichen worden. Ob das drastische Sparprogramm zum Überleben reiche, stellt eMarket in Frage. Beans suche immer noch nach einem neuen Investor oder einem passenden Partner. Dabei sei auch die Starnberger DCI AG im Gespräch. Allerdings stecke die am Neuen Markt notierte DCI selber tief in den roten Zahlen.

Dies war jedoch nicht die einzige Schreckensnachricht aus der IT-Welt. So will beispielsweise der Halbleiterkonzern Infineon weltweit 5.000 Stellen streichen, davon ein nicht geringer Teil am Standort München. Das Unternehmen will damit auf den Konjunkturabschwung reagieren.

Derweil gibt ein weiterer Gigant des Halbleitergeschäfts, das japanische Elektronikunternehmen Fujitsu, nach einem Quartalsverlust eine Gewinnwarnung ausgegeben. Der Netto-Verlust der Gruppe habe sich im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres von 13,3 Mrd. Yen (239 Mio. DM) auf 55,4 Mrd. Yen (997 Mio. DM) erhöht, teilte der Halbleiterhersteller in Tokio gegenüber n-tv mit. Für das gesamte Geschäftsjahr, das am 31.März 2002 endet, rechne Fujitsu nun mit einem Netto-Fehlbetrag von 220 Mrd. Yen (3,96 Mrd. DM). Ursprünglich habe Fujitsu für das Jahr 2001/02 einen Reingewinn von 50 Mrd. Yen erwartet.

Auch die Brokat AG hat das Wachstum des Technologiesektors überschätzt. Jetzt muss das Software-Unternehmen mit einem erwarteten Nettoergebnis von etwa minus 825 Mio. Euro oder minus 22,31 Euro per Aktie für das zweite Quartal an die Öffentlichkeit treten. (ST)


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