Der Zeitgeist verlangt nach mehr Tempo. 2014 dürfte also noch schneller und hektischer werden. Für Kunden und erst recht für all jene die im digitalen Geschäft zu Hause sind. Da gilt es, die Komplexität des Alltags zu reduzieren. Abo-Commerce Anbieter können da eine Hilfe sein. etailment stellt die spannendsten Lösungen vor, die 2014 vermutlich noch mehr Kunden erreichen dürften.


Männersache:
Mornin Glory, die mit dem vielsagenden Firmennamen, liefert ziemlich scharfe (selbst ausprobiert) Rasierklingen, macht eine recht clevere Werbung samt erfolgreicher Facebook-Strategie und will mit breiterem Sortiment zur Pflegemarke werden.  Aber: Knapp ein Jahr nach dem Start hat das Start-up eine hohe vierstellige Kundenzahl gewonnen. Ob das für die Zukunft reicht?


Fußvolk:
Socken sind ja eher so ein Low Involvement-Ding und da Experten in Sachen Komplexitätsreduzierung eh immer eine Farbe tragen (spart Zeit bei der Suche in der Socken-Schublade) lohnt sich hier in jedem Fall ein Abo. Das gibt es im Web gleich von mehreren Anbietern. Wer auf Marken schwört, der wird beispielsweise bei Falke gut bedient. Sie sind mehr so der digitale Typ und wollen alles per App regeln? Blacksocks vertreibt seit Jahren Socken im Abo und bietet als Gimmick auch die „Smarter Socks“. Da ist die Socke mit einem RFID-Chip ausgestattet, der hilft gleiche Paare zusammenzustellen. Die App dazu kann aber auch den Farbton messen, damit man weiß, wann der Sockenhaushalt bei Blacksocks aufgefrischt werden sollte.


Aufgehübscht:
Die internationale Expansion hat Glossybox gerade ein wenig eingedampft. Kann passieren. Gründer Charles von Abercron will ja ohnehin "lieber langsam und stetig wachsen". So oder so: Die Beauty-Boxen bieten mit einer Reihe von Premium-Produkten einen echten Mehrwert fürs Geld. Kosmetik-Fans sind da gut aufgehoben. Ob das auch für die Investoren Rocket Internet, Access Industries, Holtzbrinck Ventures und Kinnevik gilt, die bislang 55 Millionen Euro in das Konzept gesteckt haben? Vielversprechend dürften für weiteres Wachstum vor allem Kooperationen und Sondereditionen sein. Im Monat verschickt Glossybox gegenwärtig mehr als 200.000 Abos. Hinzu kommen die One-Off-Editionen.

Kinderkram:
Meine-Spielzeugkiste, Wummelkiste, tollabox. Abo-Angebote rund ums Thema Spielzeug für Kinder gibt es reichlich. Mit seinem pädagogisch unterfütterten Konzept hat tollabox von Mytoys-Gründer Oliver Beste womöglich auf Dauer die besten Argumente auf seiner Seite.


Umsatzhunger:
Im Food-Bereich balgen sich Kommt essen, Kochzauber oder auch Hello fresh (Rocket Internet) mit kochfertig zusammengestellter Frischelieferung um beruflich und familiär überstrapazierte Köchinnen und Köche. Da dürfte neben der Qualität auch die Distribution über den Wettbewerb entscheiden. Vorreiter Kommt Essen kam bislang vor allem in Großraum-Regionen. Seit kurzem liefert KommtEssen die Abo-Boxen auch bundesweit in den letzen Winkel. Das ist Pflicht. Denn Kochzauber hat seit einiger Zeit Mytoys im Rücken und liefert auch deutschlandweit.

Alles für Katz (und Hund):
Das klappt nicht so leicht, sich in diesem Markt zu halten. Canimix gab beispielsweise auf. Aktiv sind unter anderem noch eine ganze Reihe kleinerer Anbieter wie Tierfutter-Abo und Bio-Tierkost oder Dogzbox. Doch alle Nischenanbieter dürften mehr und mehr Probleme bekommen, wenn Online-Riese Zooplus sein Abo-Angebot einmal etwas aggressiver kommuniziert und das schmale Abo-Sortiment ausweitet.
 
Alles Amazon:
Lebensmittel, Tierfutter, Druckerpapier: Das Spar-Abo von Amazon bietet einen Großteil dessen, was man regelmäßig braucht, aber nicht wirklich Spaß beim Einkaufen macht. Das gilt vor allem für Windeln. Groß, sperrig, langweilig im Einkauf und man braucht sie in Massen. Windeln sind das perfekte Produkt für ein Abo-Konzept und Amazon ist da bei vielen Eltern die erste Adresse.

Blumig:
Die Anbieter verwelken oftmals schnell: Miflora, Bloomydays und Valentins (Burda) halten sich noch in der Web-Vase. Denn das Konzept des Blumen-Abos eignet sich eher im B2B-Segment. Männer wissen: Blumensträuße für die Frau kauft man (auch online) persönlich und nicht im herzlosen Abo. So viel Zeit muss sein. Auch 2014.


Foto ganz oben: Online shopping, blue mouse in the shape of a shopping cart - Shutterstock