Die deutschen Top-Einkaufstrassen müssen sich vor den Renommiermeilen in Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien nicht verstecken. Eine Studie von Jones Lang LaSalle vergleicht die besten Adressen Europas.

Die Düsseldorfer Königsallee, Frankfurts Goethestrasse, Hamburgs Neuer Wall, der Kürfürstendamm in Berlin und Münchens Maximilianstrasse müssen sich im europäisch Vergleich nicht vor den Luxusmeilen in Mailand, Rom, London oder Paris verstecken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Immobilien-Beratungsunternehmens Jones Lang LaSalle.

Das internationale Maklerunternehmen hat Deutschlands Luxuseinkaufsstraßen erstmals einem direkten Vergleich mit den wichtigsten europäischen Renommierstraßen unterzogen. Für die Vergleichsstudie wurden 50 internationale Luxusmarken definiert und deren Präsenz in den 15 Top-Luxusmeilen Westeuropas untersucht.

Ein Vergleich der Spitzenmieten sowie Kurzprofile der Straßen komplettieren die Bestandsaufnahme. Das Fazit: Die fünf deutschen Luxusmeilen können sich in Hinblick auf die Dichte an Toplabels problemlos mit den Renommiermeilen in Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und der Schweiz messen.

Sie bieten jedoch ein vergleichsweise günstiges Mietniveau. Nur in Spanien finden Luxusmarken Standorte zu ähnlich günstigen Konditionen vor.

Internationale Luxuslabels expandieren

Bei einer im Vergleich zu den Vorjahren niedrigen Mieterfluktuation zeigten sich Deutschlands Luxusmeilen 2009 nach Beobachtung von Jones Lang LaSalle in solider Verfassung. Die wenigen frei werdenden Flächen konnten bei guter Nachfrage problemlos und zu stabilen Mieten nachvermietet werden.

„Internationale Luxuslabels investieren weiter in ihre Standortnetzwerke und sehen die europäischen Luxus-Destinationen als Muss-Standorte. Angeführt von Königsallee und Maximilianstraße bietet Deutschland mit insgesamt fünf Luxuslagen ein international absolut wettbewerbsfähiges Angebot", bilanziert Doris von Muschwitz, Leiterin Einzelhandelsvermietung Deutschland bei Jones Lang LaSalle.

Die deutschen Meilen müssen sich vor klangvollen Adressen wie der Londoner Bond Street oder der Pariser Rue Faubourg St. Honoré keineswegs verstecken. Neben vergleichsweise günstigen Spitzenmieten und einer hohe Dichte an Luxuslabels überzeugen die deutschen Lagen auch durch die Anzahl der Neuzugänge. Im Jahr 2009 belegten die fünf Topmeilen, allen voran die Düsseldorfer Königsallee, im westeuropäischen Vergleich die Spitzenplätze bei der Zahl der Neuzugänge.

Kö und Maximilianstraße fast gleichauf mit New Bond Street

Die höchste Dichte an internationalen Luxuslabels ist nach der Analyse von Jones Lang LaSalle in der Londoner New Bond Street anzutreffen. 30 der 50 definierten Top-Luxuslabels sind dort ansässig.

Es folgen die Pariser Rue du Faubourg St. Honoré, die Düsseldorfer Königsallee und die Münchner Maximilianstraße mit jeweils 27 High End-Labels. 25 Markenshops finden sich auf dem Berliner Kurfürstendamm und der zweiten Londoner Toplage Sloane Street. Der Neue Wall in Hamburg und die Bahnhofstraße in Zürich bieten 22 bzw. 21 Topanbieter. 20 Labels finden sich in der Frankfurter Goethestraße, der Mailänder Via Montenapoleone und der zweiten Pariser Adresse Avenue Montaigne.

Präsenz Luxuslabels: Gucci vor Salvatore Ferragamo

Die höchste Präsenz in den untersuchten 15 westeuropäischen Top-Lagen weisen Gucci und Salvatore Ferragamo mit jeweils 13 Boutiquen auf. Bulgari, Cartier, Louis Vuitton und Prada folgen mit je 12 Standorten. In 11 der 15 Straßen finden sich Boutiquen von Giorgio Armani, Hermès und Tod's. Auf 10 Präsenzen kommen Chanel, Tiffany & Co. sowie der Luxustelefon-Anbieter Vertu. Insgesamt verfügen die 50 wichtigsten Luxuslabels in den untersuchten Straßen über rund 320 Boutiquen.

Mieten: London und Paris führen

Die Via Montenapoleone in Mailand ist die teuerste Luxusmeile in Westeuropa, stellt die Studie von Jones Lang LaSalle fest. Für einen Quadratmeter Ladenfläche sind in der Spitze Jahresmieten bis zu 6.800 Euro pro Quadratmeter zu berappen. Es folgen die Via Condotti in Rom mit bis zu 6.500 Euro pro Quadratmeter und die New Bond Street in London mit 6.440 Euro pro Quadratmeter.

In Hinblick auf die italienischen Luxuslagen ist zu bemerken, dass die Spitzenmieten bei einem vergleichsweise intransparenten Vermietungsmarkt nur für absolute Topflächen gelten. Jahresmieten über 5.000 Euro pro Quadratmeter werden in der Pariser Avenue Montaigne und der Züricher Bahnhofstraße erzielt.

Deutschland und Spanien vergleichsweise günstig

Die Spitzenmieten in den deutschen Luxusmeilen erreichen im westeuropäischen Vergleich durchweg unterdurchschnittliche Werte. Mit Ausnahme der Maximilianstraße, die in der Spitze jährlich über 3.700 Euro pro Quadratmeter erreicht, liegen alle deutschen Lagen bei Jahresmieten zwischen 2.300 und 2.800 Euro pro Quadratmeter.

Nur in Spanien finden Luxuslabels Standorte in Top-Luxuslagen zu vergleichbar günstigen Kursen. Für das erste Halbjahr 2010 erwartet Jones Lang LaSalle in Deutschland stabile Mieten auf derzeitigem Niveau.