Véronique Witzigmann kam durch Zufall auf die Konfitüre. Inzwischen ­beliefert sie Lebensmittelhändler, Gastronomen und hat eine kleine Online-Fangemeinde.

"Schuld" hat eigentlich der Nachwuchs. Denn auf die Idee Früchte zu Marmelade einzukochen kam Véronique Witzigmann, weil ihre damals drei Jahre alte Tochter Marietta ein Obstmuffel war: "Marmelade mochte sie wegen der Fruchtstücke auch nicht", erinnert sie sich.

Diese Herausforderung spornte die Tochter des Sternekochs Eckart Witzigmann an, einen feinen Brotaufstrich zu entwickeln, der fruchtig schmeckt und wenig Zucker enthält: "Also kochte ich die Marmelade mit einem Fruchtanteil von 70 Prozent ein. Um eine besonders cremige Konsistenz zu bekommen, habe ich sie püriert", erinnert sich Witzigmann.
 
Von dem Ergebnis war dann nicht nur die inzwischen elf Jahre alte Tochter Marietta begeistert. Auch Freunde und Familie rieten der "Marmeladenfee", wie sie schnell hieß, die Brotaufstriche einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Also suchte sie sich eine Manufaktur für die Herstellung der handgemachten Marmeladen und fing im Jahr 2004 auf regionalen Messen an, nach Händlern zu suchen, die ihre Produkte ins Sortiment nehmen.

2005 gründete sie die Firma "Véronique Witzigmann Buffet", deren Kunden inzwischen neben Lebensmittel- und Feinkosthändlern auch Gastronomen und Hoteliers sind. Auch der Internetshop www.witzigmannbuffet.de hat inzwischen eine treue Fan­gemeinde gefunden.

Handverlesene Früchte und ein Kinderbuch

 
Zudem hat sie mehrere Bücher geschrieben - im März kam der zweite Teil des Kinderbuchs "Die kleine Marmeladenfee" heraus. Neben den feinen Obstaufstrichen hat sie inzwischen auch Chutneys und Pestos im Sortiment.

Bei den Lebensmitteln, die sie zu den Feinkostprodukten verarbeitet, geht sie keine Kompromisse ein: "Ich suche wenn möglich die Früchte am liebsten persönlich bei den ­Bauern aus", erläutert Witzigmann. "Die verwendeten Produkte verarbeiten wir so ursprünglich wie möglich. Und dass wir auf Aromastoffe verzichten, versteht sich von selbst."

Diese handverlesene Auswahl bedeutet aber auch, dass das Sortiment jedes Jahr anders ist - die Ernte ist es schließlich auch.

Denn bei Witzigmann werden prinzipiell nur kleine Mengen und die in ausschließlicher Handarbeit hergestellt. "Unser Sortiment ist klein aber fein, auch lege ich Wert darauf, die Früchte in der entsprechenden Jahreszeit einzukochen", sagt die Feinkostchefin. "Nur so können wir einen natürlichen und intensiven Fruchtgeschmack garantieren."

Sybille Wilhelm

Dieser Artikel ist in der Juni-Ausgabe von Der Handel erschienen.
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