Nicolas Berggruen hat, was er wollte: Karstadt wird in drei Bereiche aufgeteilt. Dieser Schachzug könnte dem Investor den schrittweisen Verkauf des Warenhauskonzerns erleichtern.

Die Zukunft von Teilen der Warenhauskette Karstadt bleibt in wichtigen Fragen offen. Unklar ist dem "Manager Magazin" zufolge, ob die Einzelgesellschaften Luxus- sowie Sporthäuser direkt der Holding von Investor Nicolas Berggruen oder der Karstadt Warenhaus GmbH unterstellt werden.

Nach seinem Rückzug als Karstadt-Aufsichtsratschef habe Rewe-Chef Alain Caparros laut dem Kontrollgremium eine unangenehme Frage zur Aufspaltung des Unternehmens hinterlassen. Caparros wollte dem Magazin zufolge wissen, warum die Luxus- und Sporthäuser nicht unter die Karstadt Warenhaus GmbH gehängt werden sollten.

In dem Fall, so das "Manager Magazin", hätte der mitbestimmte Aufsichtsrat der GmbH das letzte Wort und nicht Berggruen allein. Ein Berggruen-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

Kritische Fragen von Schröder-Köpf

Aufsichtsrätin Doris Schröder-Köpf, die Frau des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder, soll sich ebenfalls kritisch über das Vorgehen von Berggruen geäußert haben. In der Vorlage an den Aufsichtsrat habe nichts darüber gestanden, wie Bilanzwerte sowie das Personal auf die Firmen verteilt würden.

Laut "Manager Magazin" könne Berggruen im Extremfall alle Schulden und das Gros der Kosten beim mäßig laufenden Karstadt-Stammgeschäft lassen, was dann wieder auf eine Insolvenz hinauslaufen könnte. Die Luxus- und Sporthäuser könnte der Investor teuer verkaufen.

Berggruen hatte noch zu Caparros-Zeiten die Aufspaltung von Karstadt in die Bereiche Luxushäuser mit dem KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München sowie die Sporthäuser und den Rest der Warenhäuser betrieben - allerdings an Caparros vorbei.

Der Schritt berge ein Schwächungspotenzial für das Kerngeschäft, für das er als Aufsichtsrat nicht verantwortlich sein wolle, hatte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zufolge zu seinem Rückzug gesagt. Es sei auch keine operative oder strategische Begründung für den Plan geliefert worden. Die Spaltaktion bedeute nur zusätzlichen Aufwand, obwohl "das Unternehmen weit davon entfernt ist, saniert zu sein".

Das Schweigen von Caparros

Von Caparros war am Freitag keine Bestätigung zu seiner Kritik zu bekommen. "Herr Caparros gibt zu Karstadt keine weiteren Statements oder Kommentare mehr", hieß es bei Rewe.

Berggruen hatte sich die Möglichkeit zur Aufteilung des Konzerns in den Kaufvertrag schreiben lassen. Verdi hatte zugestimmt. Sie hatte sich von Anfang an hinter den Investor gestellt, der den Erhalt des Konzerns betont hatte. Doch nach der Aufteilung des Konzerns sorgt sich auch die Gewerkschaft um die Tarifbindung der Mitarbeiter.