Kühl kalkulierender Finanzinvestor oder Gutmensch und Mäzen? Nicolas Berggruen hat wohl ein wenig von beiden. Nach Karstadt will er nun Kalifornien retten - und die Hälfte seines Vermögens spenden.

Anfang September 2010 war es soweit: Nicolas Berggruen übernahm Karstadt, bewahrte den Handelskonzern vor dem Untergang und gab den Mitarbeitern neue Hoffnung. Schon wurde der Deutschamerikaner als Retter von 25.000 Arbeitsplätzen gefeiert.

Doch was bewegt wirklich Berggruen? Der Karstadt-Besitzer zeigt stets zwei Seiten seiner Persönlichkeit: Zum einem ist er kühl kalkulierender Finanzinvestor, der geschickt Deals einfädelt und nicht umsonst zum Milliardär wurde.

Auf der anderen Seite ist er Gutmensch und Mäzen, der verspricht, sein Vermögen eines Tages komplett in Non-Profit-Projekte zu investieren.

Die Hälfte des Vermögens spenden

Der neue Besitzer von Karstadt trug sich auch in die Liste der reichen Wohltäter in den USA ein, die die Hälfte Ihres Vermögens spenden möchten. "Jeder Mensch hat bei seiner Geburt etwas mitbekommen. Daraus erwachsen Möglichkeiten, aber auch Verantwortung", begründete er sein Engagement.

Mark Zuckerberg, Gründer des Internetnetzwerks Facebook, macht auch mit - ebenso wie etwa der Bankier David Rockefeller, der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sowie der Medienunternehmer Ted Turner. Bill Gates und Warren Buffet gelten als Initiatoren der Spendenaktion an der sich 40 US-Milliardäre beteiligen.

Nun ist Kalifornien dran

Jetzt will Berggruen auch noch den Einwohnern Kaliforniens neue Hoffnung geben und den US-Staat von seiner drückenden Schuldenlast zu befreien.

Dafür traf er sich mit dem Google-Gründer Eric Schmidt und mit weiteren Größen aus Wirtschaft und Politik. Sie wollen Vorschläge erarbeiten, um das Einnahmesystem Kaliforniens zu reformieren.

In New York betreibt der Karstadt-Eigentümer das „Nicolas Berggruen Institute", das politische Ideen entwickeln soll, um Regierungen zu unterstützen. Wie der Unternehmer all diese Engagements mit der harten Realität der Wirtschaft zusammenbringt, bleibt sein Geheimnis.