Von wegen Kleinstwagen: Der Fiat 500 L "Living" bietet bis zu sieben Sitzplätze und empfiehlt sich mit maximal 1.704 Litern Kofferraumvolumen für den Arbeitseinsatz im Handel.

Kompakt-, Mittel-, oder Oberklasse, Limousine oder Kombi – früher war die Einteilung von Firmenfahrzeugen zweifellos einfacher. Doch seit die Designer der Automobilindustrie unter der Sammelbegriff "Crossover" Segment- und Kategoriegrenzen mit ihren digitalen Stiften einfach überzeichnen, kommen Fuhrparkmanager bei der Zuteilung der mobilen Arbeitsgeräte an die Mitarbeiter immer stärker in die Bredouille.

Aktuelles Beispiel ist der Fiat 500 L "Living". Das Auto wird mitsamt des kultigen Retrowägelchens 500 in der Kleinstwagenklasse geführt, stellt mit einem Laderaumvolumen von 638 bis zu 1.704 Litern aber selbst Oberklassekombis in den Schatten. Auch angesichts von sieben Sitzplätzen kann von "kleiner Italiener" kaum mehr die Rede sein.

500 L um 20 Zentimeter gestreckt

Nach dem Debüt des 4,14 Meter kurzen 500 L vor knapp einem Jahr und der "Trekking"-Variante im Outdoor-Anzug wurde der eigentlich als Van konzipierte Südländer aus dem serbischen Fiat-Werk in Kragujevac nun als vierte Spielart der 500er-Baureihe im Heckbereich um 20 Zentimeter zum "Living" gestreckt. Das schafft Platz für die dritte Stuhlreihe (800 Euro Aufpreis), die zumindest für Kinder und als Notsitze für Erwachsene auf kurzen Strecken genutzt werden kann.

Das zusätzliche Gestühl ist in den Kofferraumboden eingelassen und kann mühelos aufgeklappt oder zusammengelegt werden. Mit dieser Option reduziert sich das Ladevolumen allerdings auf immer noch stattliche 493 bis 1.590 Liter. Eine horizontal verschieb-, wickel- und ganz herausnehmbare zweite Sitzreihe ermöglicht ungezählte Konfigurationen und macht das Gefährt zum "Meister der Möglichkeiten".

Espressomaschine auf Wunsch an Bord

Foto: Fiat
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Als rollendes Aushängeschild für Unternehmer, die auf ihren Handelsbetrieb aufmerksam machen wollen, bietet Fiat schon ab Werk 282 Farbkombinationen und zahlreiche Ausstattungsoptionen bis hin zur Lavazza-Espressomaschine. Die schlägt im Paket mit weiteren Details allerdings mit 449 Euro zu Buche. Kaum verwunderlich, dass sich die Einbaurate für dieses pfiffige Detail beim 500 L bislang im bescheidenen Rahmen hält und Vielfahrer ihren Kaffee lieber an der Tankstelle trinken.

Neben dem Zweizylinder-Benziner mit 77 kW/105 PS, der für 19.750 Euro auch den Einstieg markiert, können Gewerbekunden gleich unter drei Vierzylinder-Dieseln mit 62 kW/85 PS (grundsätzlich mit Automatikgetriebe), 77 kW/105 PS und 88 kW/120 PS entscheiden. Hier beginnt die Preisrange bei 21.050 Euro. Wobei die Empfehlung nach den ersten Testkilometern angesichts des knapp kalkulierten Aufpreises von 700 Euro und der hohen Ladekapazität des Autos klar zum stärksten der drei Selbstzünder geht.

Als Ergänzung zu den bewährten Nutzfahrzeugen des italienischen Anbieters könnte der 500 L Living so manchen Firmenparkplatz erobern. Die Fuhrparkverantwortlichen müssen nur die neuen Größenverhältnisse richtig sortieren.

Bernd Nusser