Die deutsche Wirtschaft könnte jährlich mehr als 20 Mrd. DM sparen, wenn sie ihre Rechnungen via Internet statt über die teure Briefpost versenden würden.

Die deutsche Wirtschaft könnte jährlich mehr als 20 Mrd. DM sparen, wenn sie ihre Rechnungen via Internet statt über die teure Briefpost versenden würden. Diese Zahl hat eine bundesweite Manager-Umfrage der Seals GmbH, einer Partnergesellschaft von Lufthansa AirPlus und Andersen Consulting, ergeben. Bei der Befragung von rund 90 Finanzleitern aus Großunternehmen kam zutage, dass 89% der Firmen Rechnungen mit der "gelben Post" verschicken. Nur 9% der Unternehmen nutzen die Datenfernübertragung für den Rechnungsversand. Lediglich 3% verschicken die Rechnungsdokumente per E-Mail, ebenso viele legen sie aufs Faxgerät.

Seals veranschlagt die Kosten für den Postversand einer Rechnung mit durchschnittlich 10 DM. Dies umfasst das Ausdrucken und Kuvertieren, das Freistempeln und das Porto sowie die anteilige Arbeitszeit. Jedes der befragten Unternehmen versendet laut Umfrage im Durchschnitt rund 15.000 Rechnungen monatlich allein an andere Firmen, also ohne die Rechnungsstellung an Verbraucher. Betrachtet man nur die rund 25.000 Großunternehmen mit mindestens 25 Mio. DM Jahresumsatz (laut Institut für Mittelstandsforschung), ergibt sich ein Einsparungspotenzial für die Wirtschaft von mehr als 20 Mrd. DM allein im B2B-Bereich. Seals geht davon aus, dass sich die Versandkosten durch die Online-Übertragung mindestens halbieren lassen. Nicht berücksichtigt sind die Produktivitätsvorteile, wenn die rund 6.000 Rechnungen, die jedes Großunternehmen durchschnittlich im Monat von anderen Firmen erhält, ins elektronische Postkörbchen kämen. Sie könnten dadurch leichter bearbeitet und vor allem direkt in die Computersysteme des Empfängers übernommen werden. Fehler und teure Nacherfassung können auf diese Weise vermieden werden.

Die Haupthürde auf dem Weg ins digitale Zeitalter stellen die vermeintlich hohen Einstiegskosten dar, hat Seals herausgefunden. 79% der Manager halten die Umstellung auf das papierlose Rechnungswesen für zeit- und kostenintensiv - völlig zu Unrecht, sagt Seals. "In den oberen Führungsetagen herrscht der Irrglaube, dass die elektronische Übermittlung von Dokumenten zunächst Millioneninvestitionen erfordert, was früher tatsächlich der Fall war. Durch die Nutzung des Internets können die Firmen jedoch heute mit minimalem Aufwand mit dem Austausch von Rechnungs- und Bestelldokumenten über das Datennetz starten", erklärt Marcus Laube, Gründer und Geschäftsführer der Seals GmbH. Viele Finanzchefs in der deutschen Wirtschaft würden gerne mit dem elektronischen Rechnungsversand beginnen, so die Umfrage von Seals. 100% der Befragten sind der Überzeugung, dass sie ihr Rechnungswesen durch den Versand und Empfang per Datennetz beschleunigen können.

Für 98% der Manager steht die Sicherheit bei der Übermittlung an erster Stelle, aber nur rund die Hälfte haben genügend Vertrauen ins Internet, selbst wenn entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind. 40% der Finanzleiter stufen die Sicherheit beim digitalen Rechnungsversand noch als ungenügend ein. 89% der von Seals befragten Finanzchefs wollen durch den elektronischen Versand und Empfang von Rechnungen vor allem die Betriebskosten senken. Die Kundenbindung wird laut Seals-Umfrage von den Finanzverantwortlichen in der Wirtschaft eher gering erachtet. Nur 63% halten sie überhaupt für wichtig, lediglich 22% meinen, dass sie durch die elektronische Rechnungszustellung verbessert werde. (ST)


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