Der Lebensmittelhändler Rewe wird am Dienstag in einer Pressekonferenz voraussichtlich wieder glänzende Zahlen verkünden. Allein die Billigtochter Penny kränkelt weiterhin.

Bei Rewe laufen die Geschäfte gut: Der Vorstandsvorsitzende Alain Caparros wird bei der Bilanzvorlage am Dienstag kräftige Zuwächse vorweisen. So erreichten die konzerneigenen Supermärkte (Rewe, Toom) in Deutschland 2010 einen Rekordumsatz von 14,5 Milliarden Euro, wie der Genossenschaftskonzern bereits im Februar verkündete.

Der Gesamtumsatz der Rewe-Gruppe (inklusive der selbstständigen Kaufleute) belief sich 2010 auf 53 Milliarden Euro. Die Gruppe profitiert von der Renaissance der Vollsortimenter in Deutschland.

Im hartumkämpften deutschen Heimatmarkt wuchs der Kölner Konzern zudem mit neuen Konzepten wie den kleinen Supermärkten "Rewe City", mit verlängerten Öffnungszeiten, dem neuen Fastfood-Format "Rewe to Go" und auch mit Zukäufen im vergangenen Jahr sogar stärker als im Ausland.

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Penny macht Caparros Sorgen

Probleme macht allerdings die Discounttochter Penny - und das ausgerechnet einem ehemaligen Discount-Manager. Caparros war von 1994 bis 1999 bei Aldi Nord und sogar Generaldirektor von Aldi Frankreich. Das Geschäftsmodell der Billigketten kennt er damit eigentlich aus dem Effeff.

Aber ausgerechnet in seiner einstigen Paradedisziplin musste Caparros immer wieder Rückschläge einstecken. "Wir haben im Discountgeschäft leider ein paar Züge verpasst", sagte er im Jahr 2006, wenige Tage nach seinem Wechsel auf den Rewe-Chefposten. Und fügte im selben Interview hinzu: "Wir haben endlich das richtige Konzept gefunden und werden den Expansionskurs wieder beschleunigen." Doch aus der großen Aufholjagd wurde nichts.

2007 griff Caparros nach dem Discounter Plus und stand kurz vor dem großen Wurf. Das Bieterrennen gewann jedoch Edeka. 2008 holte der Franzose den Norma-Chef Armin Rehberg mit hohen Erwartungen zu Penny. Aber nur zwei Jahre später ging der Hoffnungsträger schon wieder von Bord.

Wo ist das tragfähige Konzept?

Nach Einschätzung des Discountexperten Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail steht Caparros jetzt selbst vor einem Kassensturz: "Die Frage ist, findet Rewe endlich ein tragfähiges Konzept für Penny?"

Die Rewe-Tochter sei ein "Spielball" von Aldi, Lidl und Netto. Penny müsse preislich mit Konkurrenten mithalten, die zumeist produktiver arbeiteten. Die Marke Penny sei zudem nicht stark genug, um der Konkurrenz Stammkunden abzujagen, betont Queck.

Der Penny-Umsatz schrumpfte in Deutschland 2010 um 1,2 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro, wie Rewe bereits mitteilte. Trotzdem stehe die Tochter nicht zur Disposition, heißt es. Für den Handelsriesen ist der Discounter mit seinen gut 10 Milliarden Euro Umsatz im In- und Ausland dem Vernehmen nach ein viel zu wichtiges Geschäft, um es aufzugeben.

Petra Albers und Volker Danisch, dpa