Die Diskussion um den Einsatz von computergestütztem Unterricht ist nach Ansicht der Initiative D21 zu sehr auf technische Themen konzentriert. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage zum Thema "E-Learning", die im Rahmen der "Learntec 2002" vorgestellt wurde.

Die Diskussion um den Einsatz von computergestütztem Lehren und Lernen in Deutschland ist nach Ansicht der Initiative D21 zu sehr auf technische Themen konzentriert. Dagegen müssten medienpädagogische und didaktische Fragen in der Wissensvermittlung stärker in den Vordergrund treten. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung von 102 Tiefeninterviews zum Thema "E-Learning", die in Karlsruhe im Rahmen der "Learntec 2002", dem europäischen Kongress für Bildungs- und Informationstechnologie, vorgestellt wurde.

Vielen Verantwortlichen ist demnach unklar, worin der Vorteil von Informationstechnologien für Lernende besteht. "Die Diskussion ist zu techniklastig, Informatiker müssten mal mit Pädagogen reden," fasst Hans-Jochen Lückefett, Mitglied der Geschäftsführung Hewlett-Packard und Leiter der D21-Arbeitsgruppe Bildung und Qualifikation, die Ergebnisse der Befragung zusammen.

Im Rahmen der Untersuchung wurden im Oktober 2001 Bildungspolitiker, Manager und Verwaltungsfachleute interviewt. 61% der Befragten gaben an, dass sich die öffentliche Diskussion in Veranstaltungen und Publikationen zu E-Learning viel zu wenig um die Akzeptanz, um Lernerfolge und Methodeneffizienz beim Unterricht mit Technologieeinsatz dreht. "Bei E-Learning müssen die Qualitätsaspekte der interaktiven Lernmethoden in Zukunft stärker herausgestellt werden", fordert deshalb Alexander Ross, Unternehmenssprecher der Viviance GmbH und Leiter der Befragung.

Überraschend unwichtig für eigene Weiterbildungsentscheidungen der Befragten sind hingegen Kursanbieter, Dauer und Kosten - nur rund 11% achten in erster Linie auf diese Faktoren. Gefragt sind dagegen die Qualifikation und Qualität der Ausbilder und anerkannte E-Learning-Nachweise. Für computergestütztes Lernen zu Hause wird eine ausreichend leistungsstarke Datenübertragung vorausgesetzt und derzeit oft als Hürde angesehen: "Zu langsam, zuviel Abbruch, zu teuer", nennt Ross die Negativpunkte.

Die detaillierten Fragen und Ergebnisse sowie die Methodik der Tiefeninterviews stehen als PDF-Download auf der Homepage der Initiative D21 zur Verfügung. (ST)


KONTAKT:

Initiative D21 e.V.
Ernst-Reuter-Platz 2
10587 Berlin
Tel. 030-31151390
E-Mail: kontakt@initiatived21.de
Internet: www.initiatived21.de