Nach der Bestätigung des deutschen Fremdbesitzverbots jubeln die Apotheker. Doch die unterlegene Kette Doc Morris will keineswegs als Verlierer gelten.

"Wir werden abwarten, wie das Verwaltungsgericht des Saarlandes mit dieser Antwort aus Luxemburg umgeht", kommentierte Ralf Däinghaus, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Versandapotheke DocMorris, die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Danach bleiben Apothekenketten in Deutschland verboten. "Unsere Apotheke in Saarbrücken bleibt geöffnet, da das Verfahren noch läuft", unterstrich Däinghaus.

Doc Morris, das als Internetapotheke bekannt wurde, will weiter mit unabhängigen Apotheken kooperieren. "Wir werden unsere Präsenz vor Ort weiter ausbauen", erläutert Expansionsleiter Patrick Hansel.

Neben der eigenen Apotheke in Saarbrücken hat DocMorris seit 2007 bundesweit mit Apothekern Partnerschaften geschlossen. Die Standorte tragen als Erkennungszeichen das grüne DocMorris-Kreuz, gehören jedoch nach wie vor einem selbstständigen Inhaber.

Jubel beim Apothekerverband

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker, begrüßte das Urteil des EuGH: "Das ist ein guter Tag für den Verbraucher- und Patientenschutz in Deutschland und Europa", sagte er. Das Fremdbesitzverbot sichere die qualifizierte Betreuung der Patienten durch unabhängige Apotheker.

Das Urteil sei "eine Bestätigung der besonderen gesundheits- und sozialpolitischen Rolle der freiberuflichen Apotheke und ein bedeutendes Signal für Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung insgesamt."