Bei der Douglas Holding sorgt derzeit vor allem die Juweliertochter Christ für ein gutes Weihnachtsgeschäft. Die Parfümeriesparte will Unternehmenschef Henning Kreke weiter ausbauen, nur die Modetochter hat noch Nachholbedarf.

Auch Henning Kreke kauft online ein, so wie immer mehr Deutsche. Doch dass E-Commerce eines Tages den stationären Handel verdrängt, glaubt der Vorstandsvorsitzende der Douglas Holding keineswegs.

Selbst wenn der Onlinehandel einmal 20 Prozent des gesamten Umsatzes im Einzelhandel erzielen sollte, verbliebe dem stationären Geschäft immer noch 80 Prozent. "Es geht also darum, sich schon heute so vorzubereiten, dass möglichst viel von diesen 80 Prozent in den eigenen Kassen landet", sagte Kreke der "Süddeutschen Zeitung". Der Douglas-Chef fordert vom Einzelhandel mehr Service und Beratung sowie eine bessere Inszenierung der Produkte.

"Die Kassen klingeln"

Das Weihnachtsgeschäft laufe für sein Unternehmen gut, betonte Kreke. "Die Kassen klingeln." Überdurchschnittliche Umsätze erziele insbesondere die Juwelier-Tochter Christ. "Dort laufen vor allem Silberschmuck, Armbänder mit Sammelanhängern gut." Bei höherwertigem Diamant-Schmuck und teuren Uhren "geht wieder richtig die Post ab".

Keineswegs bange ist Kreke um die Zukunft des stationären Buchhandels - wenngleich dieser vor einem Wandel stehe. Bei der Anmietung von neuen Standorten für die Douglas-Tochter Thalia sollen künftig nur noch Flächen zwischen 700 und 900 Quadratmetern berücksichtigt werden. "Die Zeit der Läden mit mehr als 1.000 Quadratmetern ist vorbei", glaubt Kreke.

Im Parfümeriegeschäft will Douglas weiter wachsen. Derzeit gibt es in diesem Segment 445 Filialen, "500 Standorte müssten möglich sein", sagte der Konzernchef. Allerdings gebe es zuwenig passende, bezahlbare Flächen an guten Standorten.

Millionen-Verlust in Berlin

Optimistisch ist Kreke sogar für die Vertriebslinie Modehandel, obwohl hier die Tochter AppelrathCüpper zuletzt wenig Grund zur Freude bot. Auf acht Millionen Euro bezifferte Kreke den Verlust durch die Schließung der Filiale in Berlin. Das Haus mit 4.400 Quadratmeter große Haus wurde im Januar 2009 geschlossen - nach nur etwas über zwei Jahren Betriebszeit.

"Das war ein Riesenreinfall, den ich mir persönlich ankreiden muss", gestand Kreke ein. Nach der Schließung konnte zunächst kein geeigneter Nachmieter gefunden werden, das Haus musste deswegen für die Untervermietung umgebaut werden. "Das war dann noch einmal richtig teuer."

Trotz dieser Berliner Panne sieht Kreke AppelrathCüpper auf einem guten Weg. "Der Umsatzrückgang ist gestoppt, das Unternehmen verdient Geld", versicherte der Douglas-Chef. Den Mindesanspruch an Renditeziele der Holding erfülle die Modetochter freilich noch nicht. "Jede Vertriebslinie muss mindestens ihre Kapitalkosten - also konkret 6,5 Prozent nach Steuern auf das gebundene Geschäftsvermögen - verdienen."