Umsatzminus für Parfümerien im Ausland, "schwierige Entwicklung" im stationären Buchhandel: Rundum gut lief im abgelaufenen Geschäftsjahr bei der Douglas-Gruppe nur die Schmucktochter Christ. 

Die Douglas-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2010/11, das vom 1.10.2010 bis 30.09.2011 dauerte, den Nettoumsatz auf Basis vorläufiger Zahlen um 1,8 Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Euro gesteigert. Im vorigen Geschäftsjahr legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent zu. Die Umsatzerwartung für das
Geschäftsjahr habe zwischen 2 und 4 Prozent gelegen, meldet die Handelsgruppe.

"Wir haben damit in diesem Jahr unser Umsatzziel wieder erreicht, wenn auch knapper als in den Vorjahren. Vor dem Hintergrund der branchenbedingt rückläufigen Umsatzentwicklung in unseren Thalia-Buchhandlungen und in einigen Auslandsmärkten sind wir mit dieser Entwicklung aber dennoch einigermaßen
zufrieden", kommentiert Dr. Henning Kreke, Vorsitzender des Vorstandes der Douglas Holding, die vorgelegten Zahlen. "Richtig zufrieden waren wir mit der Umsatzentwicklung unserer Christ-Juweliergeschäfte und unserer Douglas-Parfümerien in unserem Heimatmarkt Deutschland."
 
Auch die Online-Umsätze hätten sich sehr erfreulich entwickelt: "Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, unsere Multichannel-Aktivitäten deutlich weiter auszubauen."

Deutschlandgeschäft Plus 4 Prozent

In Deutschland stiegen die Umsätze der Gruppe im Geschäftsjahr 2010/11 gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro. Die Auslandsumsätze blieben dagegen "aufgrund der weiterhin schwachen Konsumnachfrage" in einigen Märkten um 2,5 Prozent hinter dem Vorjahr zurück und erreichten 1,1 Milliarden Euro.

Die Online-Umsätze der gesamten Douglas-Gruppe entwickelten sich mit einem Anstieg von rund 27 Prozent im Vorjahresvergleich "weiter dynamisch", heißt es. Ihr Anteil am Konzernumsatz habe im Berichtszeitraum bei rund 6 Prozent gelegen.

Parfümerien mit Umsatzminus im Ausland

Die Douglas-Parfümerien erzielten demnach mit einem Plus von 1,8 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro Umsätze auf Vorjahresniveau. Besonders erfreulich sei die Entwicklung in Deutschland gewesen: Hier stiegen die Umsätze um 4,6 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro.

Die Umsätze der Douglas-Parfümerien im Ausland blieben gegenüber dem Vorjahreswert allerdings um 4,6 Prozent zurück und erreichten rund 890 Millionen Euro. "Schwierig war die Entwicklung in Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Kroatien", meldet Douglas. Zuwächse hätten hingegen die Länder Österreich, Niederlande, Türkei und Ungarn verzeichnet. Auf Basis des aktuellen Länderportfolios – bereinigt um die Marktaustritte aus Russland, USA und Dänemark – stiegen die Auslandsumsätze demnach um 0,8 Prozent.

Thalia dank Onlinegeschäft doch noch im Plus

Im Buchbereich erzielte die Thalia-Gruppe zwar einen Umsatzanstieg von 3,2 Prozent auf 934 Millionen Euro – im vorigen Geschäftsjahr betrug das Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 1 Prozent. Darin enthalten sind auch die Umsätze von buch.de. Im stationären Buchhandel gingen die Umsätze von Thalia jedoch um 1,4 Prozent zurück, im Jahr zuvor betrug das Minus 3,9 Prozent.

In Deutschland erzielte die Thalia-Gruppe insgesamt demnach eine Umsatzsteigerung um 2 Prozent auf 704 Millionen Euro. Im Ausland seien die Umsätze – unter anderem auch währungsbedingt – um 6,9 Prozent auf 231 Millionen Euro gestiegen. Im vorigen Geschäftsjahr lag die Gruppe hier noch bei minus 3,5 Prozent. Die Online-Umsätze der Buchhandelstochter stiegen jedoch um 20 Prozent. Insgesamt generierte Thalia somit rund 14 Prozent des Gesamtumsatzes über das Internet.

Christ mit Umsatzplus von knapp 10 Prozent

Freude macht dem Hagener Handelskonzern unetrdessen die Schmucksparte: Die Christ-Juweliergeschäfte erzielten mit einem Umsatzplus von 9,7 Prozent die größte Steigerung in der gesamten Douglas-Gruppe. Im vorigen Geschäftsjahr konnte Christ bereits um 8,5 Prozent zulegen. "Dank der andauernden erfolgreichen Trend- und Exklusivmarkenstrategie stieg der Umsatz auf 340 Millionen Euro", heißt es.

September zu warm für Modetochter

Auch die AppelrathCüpper-Modehäuser konnten ihren Umsatz leicht um 0,3 Prozent auf rund 125 Millionen Euro steigern. Die Händler machen den "ungewöhnlich warmen September und den in der gesamten Branche schlechten Start in die Herbst/Winter-Saison" dafür verantwortlich, dass die bis dahin sehr erfreuliche Umsatzentwicklung von AppelrathCüpper einen empfindlichen Dämpfer erhalten habe.

Hussel weiterhin im Minus

Ausgerechnet für Süßes gibt es bei dem Konzern seit geraumer Zeit Saures – so auch im vergangenen Geschäftsjahr: Die Hussel-Confiserien erreichten im Geschäftsjahr 2010/11 einen Umsatz von 98 Millionen Euro und blieben damit um 1,3 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. "Bereinigt um Filialschließungen lagen die Umsätze auf vergleichbarer Basis jedoch mit 0,1 Prozent noch leicht über dem Vorjahreswert", versucht die Handelsgruppe die Zahlen doch noch positiv zu deuten.

"Trotz der schwierigen Entwicklung bei Thalia gehen wir weiterhin davon aus, unser operatives Ergebnisziel knapp erreichen zu können", so Dr. Henning Kreke. Die Douglas-Gruppe hatte sich für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von rund 140 Millionen Euro zum Ziel gesetzt.