Der Douglas-Konzern konnte den Umsatz im Weihnachtsgeschäft gegenüber dem Vorjahr steigern, muss beim Ergebnis nach Steuern aber leichte Einbußen hinnehmen. Analysten bewerten die Zahlen skeptisch.

Die Douglas Holding AG konnte im ersten Quartal ihres Geschäftsjahres (1. Oktober bis 31. Dezember) eine Umsatzsteigerung von 4,5 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro verzeichnen. Flächenbereinigt stieg der Umsatz im Weihnachtsgeschäft um 1,6 Prozent.

Besonders erfreulich war die Entwicklung in Deutschland mit einem Umsatzplus von insgesamt 5,4 Prozent, was einem Plus von 3 Prozent auf vergleichbarer Fläche entspricht, teilt das Unternehmen am heutigen Mittwoch mit. Etwas verhaltener sei der Umsatzzuwachs im Ausland mit 2,6 Prozent gewesen, was flächenbereinigt ein Minus von 1,1 Prozent bedeutet.

Die Umsatzentwicklung in den einzelnen Sparten des Konzerns gab dabei ein  heterogenes Bild ab. Während der Pafümerie- und Schmuck-Bereich erfreuliche Zuwächse verzeichnen konnte, enttäuschte das Buchsegment.

Online-Umsatz legt um ein Drittel zu

"Der rasche Ausbau der Multichannel-Konzepte der einzelnen Vertriebslinien trägt erste Früchte. Im ersten Quartal stiegen unsere Online-Umsätze um 33 Prozent", zeigte sich Henning Kreke, Vorsitzender des Vorstandes, auch mit den Erlösen im Internet zufrieden: "Damit lag der Anteil der Online-Umsätze am Gesamtumsatz im ersten Quartal bei fünf Prozent." In drei Jahren soll der Anteil auf rund 10 Prozent steigen.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) des Konzerns  erreichte im Berichtszeitraum 142,1 Millionen Euro nach 141,7 Millionen Euro im Vorjahr. Ohne den Einmaleffekt aus der Neubewertung der buch.de-Anteile im Vorjahr konnte das Ergebnis um rund 7 Millionen Euro gesteigert werden.

Das EBT beinhaltet einen Einmalertrag aus dem Verkauf der Parfümerie-Aktivitäten in Russland in Höhe von 22,3 Millionen Euro. Die 32 russischen Douglas-Filialen wurden zum 30. Dezember 2010 veräußert, weil aufgrund der aggressiven Expansion russischer Wettbewerber eine marktführende Position nicht mehr erreichbar war, erklärt das Unternehmen.

Höhere Steuerbelastung belastet Überschuss

Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) der Douglas- Holding stieg hauptsächlich aufgrund des Einmalertrages aus der Desinvestition der Gesellschaften in Russland auf 199 Millionen Euro nach 178,9 Millionen Euro im Vorjahr.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 erzielten die Hagener einen
Konzernüberschuss von 93,9 Millionen Euro nach 96,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der leichte Rückgang ist auf die im Vergleich zum Vorjahr höhere Steuerquote zurückzuführen. Entsprechend verringerte sich das Ergebnis je Aktie von 2,45 Euro auf 2,38 Euro.

Im ersten Quartal investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben 26,4 Millionen Euro in 25 Neueröffnungen sowie in Flächenerweiterungen und Modernisierungen des Filialnetzes. Das waren 5,3 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Der Großteil der Investitionen floss wieder in die Douglas-Parfümerien, die 17 Fachgeschäfte neu eröffneten, davon 13 im Ausland, vorwiegend in Polen.

Per Ende Dezember 2010 umfasste das Filialnetz der Douglas-Gruppe 1.983 Fachgeschäfte, worin die zum 30. Dezember 2010 veräußerten 32 russischen Parfümeriefilialen noch enthalten waren.

Umsatzentwicklung in den Geschäftsbereichen

Die Douglas-Parfümerien steigerten ihre Umsätze um 2,8 Prozent auf rund 659 Millionen Euro (vergleichbar: plus 1,9 Prozent). Mit einem Umsatzanstieg von 4,8 Prozent auf 341 Millionen Euro (vergleichbar: plus 4,5 Prozent) entwickelten sich die Parfümerien in Deutschland besonders erfreulich.

Die Thalia-Gruppe steigerte ihren Umsatz um 7 Prozent auf 318 Millionen Euro (Inland plus 5,7 Prozent, Ausland plus 11,5 Prozent). Allerdings wurden im Vergleichsquartal des Vorjahres lediglich die Dezember-Umsätze des Online-Buchhändlers buch.de konsolidiert. Die vergleichbaren Umsätze im Buchbereich lagen um 0,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau (Inland minus 0,5 Prozent, Ausland minus 2,1 Prozent). Die Online-Umsätze stiegen im ersten Quartal des Geschäftsjahres um rund 30 Prozent. Damit generierte Thalia rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes über das Internet.

Die Christ-Juweliergeschäfte setzten auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 ihre sehr gute Entwicklung fort. Mit einem Plus von fast 10 Prozent stiegen die Umsätze auf 124 Millionen Euro (vergleichbar: plus 9 Prozent). Entscheidend für die im Branchenvergleich überdurchschnittlich gute Umsatzentwicklung waren die hohe Beratungskompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die erfolgreiche Exklusiv- und Trendmarkenstrategie.

Die AppelrathCüpper-Modehäuser erzielten im ersten Quartal einen Umsatz in Höhe von 35,5 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (vergleichbar: plus 0,6 Prozent). Damit ist es den AC-Modehäusern nach längerer Zeit endlich wieder gelungen, in einem Quartal Umsatzzuwächse zu erzielen.

Die Hussel-Confiserien erzielten trotz geringerer Filialzahl mit 40,5 Millionen Euro Umsätze auf Vorjahresniveau (vergleichbar: plus 0,7 Prozent).

Im Ausland gesund geschrumpft

"Alles in allem haben wir mit dieser recht ordentlichen Entwicklung im ersten Quartal eine gute Basis für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres geschaffen", fasst Unternehmenschef Kreke das erste Quartal zusammen. "Zudem verfügen wir nach dem Ausstieg aus Dänemark, den USA und Russland jetzt wieder über ein Länderportfolio mit vielversprechendem Potenzial. Auf dieser Basis wollen wir nun wieder in Wachstum investieren."

Für das Geschäftsjahr 2010/11 steht dem Konzern laut Kreke ein Investitionsvolumen von rund 125 Millionen Euro zur Verfügung. Der Investitionsschwerpunkt liegt unverändert bei den Douglas-Parfümerien, wo bis zu 65 Millionen Euro in die Neueröffnung von 50 bis 60 Filialen, die Modernisierung des be stehenden Filialnetzes sowie in den Ausbau des europaweiten Online-Vertriebs investiert werden sollen. Der Wachstumsfokus liege auf den Ländern, in denen Douglas bereits Marktführer ist oder auf absehbare Zeit werden kann.

Auf Basis der Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den ersten drei Monaten bestätigt der Vorstand die Prognose, die im Geschäftsbericht 2009/10 für das Geschäftsjahr 2010/11 abgegeben wurde. Der Vorstand erwartet weiterhin, ein Umsatzwachstum zwischen 2 und 4 Prozent sowie ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von rund 140 Millionen Euro zu erreichen.

Analysten kommentierten die Zahlen zurüchhaltend. Die Umsatzentwicklung im Weihnachtsgeschäft böte wenig Anlass zu Euphorie, das Zahlenwerk insgesamt sei "tendenziell enttäuschend" hieß es etwa von der DZ Bank.