Die Douglas-Gruppe freut sich über ein Umsatzplus von 2,3 Prozent in den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres. Nun gilt es, beim Onlinehandel Gas zu geben. Deshalb gibt es bald ein neues Vorstandsressort E-Commerce.

Nach den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres sieht sich die Douglas-Holding weiterhin auf gutem Kurs: Der Umsatz stieg in dem Zeitraum 1. Oktober 2010 bis 30. Juni 2011 um 2,3 Prozent auf 2,62 Milliarden Euro und sei insgesamt im Rahmen der Erwartungen verlaufen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Auf vergleichbarer Basis lagen die Umsätze 1,7 Prozent über dem Vorjahreswert. "Wir sind mit der Entwicklung in den ersten neun Monaten unseres Geschäftsjahres insgesamt zufrieden", sagt Dr. Henning Kreke, Vorsitzender des Vorstandes.

Das Handelsunternehmen wolle nun auch im Onlinehandel stärker Fahrt aufnehmen und werde dafür eigens ein neues Vorstandsressort schaffen. "In unserem Onlinegeschäft sehen wir noch großes Wachstumspotenzial", so Kreke. "Deshalb wollen wir den Vorstand um die Position des Bereichsvorstands E-Commerce erweitern." In diesem Zusammenhang sei auch eine stärkere gruppenübergreifende Vernetzung des Online-Auftritts der Marken der Gruppe geplant.

Online-Anteil am Konzernumsatz nun bei 6 Prozent

Die Online-Umsätze entwickelten sich in den ersten neun Monaten des Douglas-Geschäftsjahres weiterhin dynamisch und stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent. Der Anteil der Online-Umsätze am Konzernumsatz lag für den Berichtszeitraum bei rund 6 Prozent.

Vor allem in Deutschland freuten sich die Händler über gute Geschäfte: Hier zu Lande erhöhten sich die Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro. Die Auslandsumsätze seien hingegen aufgrund der weiterhin schwachen Konsumnachfrage in einigen Märkten um 1,6 Prozent hinter dem Vorjahr zurückgeblieben und erreichten 877,9 Millionen Euro. "Heute zeigt sich, wie richtig es war und ist, dass wir unseren wichtigen Heimatmarkt Deutschland nie aus den Augen verloren haben", ist Kreke überzeugt.

Parfümerien in Deutschland stark

Die Umsätze der Douglas-Parfümerien stiegen um 0,5 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro, in Deutschland legten sie um 4,7 Prozent auf 771 Millionen Euro zu. Der Auslandsumsatz in Höhe von 702,1 Millionen Euro entspreche hingegen einem Rückgang von 3,7 Prozent.

Die "unbefriedigende Entwicklung" in Märkten wie Frankreich, Italien oder Spanien habe jedoch durch die positive Entwicklung in Österreich, den Niederlanden, der Türkei und Ungarn fast kompensiert werden können. Auf Basis des aktuellen Länderportfolios – also bereinigt um die Marktaustritte aus Russland, USA und Dänemark – konnten die Auslandsumsätze um 1,4 Prozent gesteigert werden.

Thalia-Gruppe online stark

Die Umsätze der Thalia-Gruppe stiegen im Berichtszeitraum um 4,3 Prozent auf 701,9 Millionen Euro. In Deutschland freuen sich die Händler über einen Umsatzanstieg von 3,1 Prozent auf fast 530 Millionen Euro. Im Ausland seien die Umsätze zwar um 8,3 Prozent gestiegen, vergleichbar blieben sie aber vor allem aufgrund der unbefriedigenden Entwicklung in der Schweiz um 2,9 Prozent hinter dem Vorjahr zurück.

"Das Onlinegeschäft der Thalia-Gruppe setzte mit einem Umsatzplus von 23 Prozent seine dynamische Entwicklung fort", heißt es. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres wurden rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes über den Vertriebskanal Internet erzielt.

"Unbefriedigende Umsatzentwicklung" im stationären Buchhandel

Im Hinblick auf die Ergebnisbeiträge verfehlte der Buchbereich das Vorjahresergebnis jedoch recht deutlich. "Das Ergebnis von Thalia wurde vor allem durch die branchenweit unbefriedigende Umsatzentwicklung im stationären Geschäft belastet“, heißt es. Darüber hinaus sei zu berücksichtigen, dass das Vorjahresergebnis von Thalia durch den Einmalertrag aus der Neubewertung der buch.de-Anteile positiv beeinflusst war.

Das geplante Investitionsbudget für das laufende und kommende Geschäftsjahr beträgt für Thalia rund 30 Millionen Euro. Neben der Eröffnung von rund 10 Multichannel-Buchhandlungen und die Modernisierung des Filialnetzes planen die Händler auch, die Onlineshops von Thalia und buch.de weiter auszubauen. Darüber hinaus will Thalia das Angebot von eBooks erweitern und den Verkauf des eReaders OYO forcieren und diesen weiterentwickeln.

Die Christ-Juweliergeschäfte setzten dank der „Trend- und Exklusivmarkenstrategie“ die im Branchenvergleich überdurchschnittlich gute Entwicklung fort. Sie erzielten in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres einen Umsatz von 264,3 Millionen Euro, ein Plus von 9,5 Prozent.

Neuer Onlineshop von AppelrathCüpper

Die AppelrathCüpper-Modehäuser erzielten im Berichtszeitraum einen Umsatz in Höhe von 95,7 Millionen Euro. Dies entspreche einem Anstieg von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf vergleichbarer Fläche – also ohne Einbeziehung des im Januar 2011 geschlossenen Modehauses in Solingen – erhöhten sich die Umsätze um 2,6 Prozent.

Die Gruppe will die Neuausrichtung der Modehäuser weiter vorantreiben. Schwerpunkte seien die weitere Optimierung der Warenpräsentation, die Erhöhung des Umsatzanteils der Eigenmarken sowie eine gezielte Sortimentserweiterung bei den Accessoires. Mit dem Start des Onlineshops www.appelrath.com wurde inzwischen auch das Internet als Vertriebsweg erschlossen.

Hussel bleibt hinter Vorjahr zurück

Unterdessen schwächelt offenbar das Süßwarengeschäft weiterhin: Die Umsätze der Hussel-Confiserien erreichten in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 79,5 Millionen Euro und blieben damit 1,9 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Bereinigt um die Filialschließungen lagen die Umsätze 0,7 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Daher wollen die Händler nun die Marke "emotional aufladen", den Ladenbau und die Warenpräsentation weiterentwickeln und die Sortimente "Präsente und Schokolade" verstärken. Dafür stünden Investitionen in Höhe von rund vier Millionen Euro bereit.

Ergebnis vor Steuern leicht unter Vorjahr

Das Ergebnis vor Steuern der Douglas-Gruppe erreichte im Berichtszeitraum mit 126,7 Millionen Euro nahezu die Vorjahreshöhe von 128,6 Millionen Euro. Die Umsatzrendite, also das Verhältnis von Ergebnis vor Steuern zum Umsatz, lag demnach bei 4,8 Prozent – 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich hingegen aufgrund des Einmalertrages aus der Veräußerung des russischen Douglas-Filialnetzes von 228,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 241,1 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge – das Verhältnis von EBITDA zum Umsatz – erhöhte sich von 8,9 Prozent im Vorjahr auf 9,2 Prozent.

Parfümerien im Fokus der Neueröffnungen

In den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres investierte die Douglas-Gruppe 78,9 Millionen Euro, 6,2 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Summe verteilt sich auf 53 Neueröffnungen, das sind neun weniger als im Vorjahr, sowie auf Flächenerweiterungen und die Modernisierung des Filialnetzes.

Im Fokus standen dabei die Douglas-Parfümerien, die 35 Fachgeschäfte (Vorjahr: 41) eröffneten, davon 26 im Ausland (Vorjahr: 36). Auch im laufenden und kommenden Geschäftsjahr will die Gruppe weiter kräftig in die Parfümerien investieren. Bis zu 65 Millionen Euro sollen in die Neueröffnung von 50 bis 60 Filialen vor allem im Ausland, die Modernisierung des bestehenden Filialnetzes sowie in den internationalen Ausbau des Onlinevertriebs gesteckt werden, "um die marktführende Position für selektive Kosmetik auch im Internet zu stärken".

Die Douglas-Gruppe zum Stichtag 30. Juni

Zum Stichtag 30. Juni 2011 umfasste das Filialnetz der Douglas-Gruppe 1.932 Fachgeschäfte und damit 45 Fachgeschäfte weniger als zum Vorjahresstichtag. Den insgesamt 63 Neueröffnungen (Vorjahr: 78) in den vergangenen zwölf Monaten standen 71 Schließungen (Vorjahr: 102) und 37 Veräußerungen (Vorjahr: 2 akquisitionsbedingte Zugänge) gegenüber.

Zum 30. Juni 2011 beschäftigte die Gruppe 23.809 Mitarbeiter, 199 weniger als im Jahr zuvor. Der leichte Rückgang sei im Wesentlichen auf die Veräußerung des russischen Filialnetzes zurückzuführen. In Deutschland stieg die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dagegen um 300 auf 14.859, davon
1.255 Auszubildende.