Die Konsumkrise ist auch bei Douglas angekommen. Der Konzern hat im ersten Geschäftshalbjahr einen Ergebnisrückgang hinnehmen müssen. Die Prognose für das Jahr wurde nach unten korrigiert.

Douglas hat in seinem ersten Geschäftshalbjahr (31. März) die geringe Kauflust der Verbraucher zu spüren bekommen. In den vergangenen sechs Monaten verringerte sich das Ergebnis vor Steuern von 136,5 auf 109,4 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hagen mit.

Den Konzern habe unter anderem die Schließung von unprofitablen Douglas-Filialen mit rund 12 Millionen Euro belastet. Unter dem Strich wies Douglas einen Überschuss von 73,5 Millionen Euro aus, der ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 88,7 Millionen Euro lag.

Investitionen in Neueröffnungen

Gleichzeitig hat der Konzern in 68 Neueröffnungen investiert, davon 55 Douglas-Parfümerien, die hauptsächlich in Polen und Russland angesiedelt sind. Durch die Neueröffnungen stieg der Umsatz um 1,9 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro.

Der Handelskonzern verfügt insgesamt über fast 2.000 Fachgeschäfte, darunter die Marken Douglas, Christ und Appelrath-Cüpper, und beschäftigt etwa 24.000 Mitarbeiter, davon 14.5000 in Deutschland.

Nur noch 2 Prozent Wachstum

Für das laufende Geschäftsjahr 2008/09 geht der Konzern trotzdem nur noch von einem Wachstum von lediglich 2 Prozent aus. Zu Jahresbeginn hatte das Unternehmen noch ein Plus von 3 Prozent bis 6 Prozent prognostiziert, jedoch angekündigt, diese Spanne zur Mitte des Geschäftsjahres eingrenzen zu wollen.

Die korrigierte Ergebnisprognose beträgt nun 120 bis 130 Millionen Euro vor Steuern. Bisher war Douglas hier von bis zu 150 Millionen Euro ausgegangen. Der neue Betrag sei jedoch bereinigt um Sonderbelastungen zu verstehen.

"Wir haben uns gut behaupten können"

"Insgesamt sind wir mit der Entwicklung per Ende April nicht unzufrieden. Wir haben uns insbesondere in Deutschland im Vergleich zum Wettbewerb gut behaupten können", sagte der Vorstandsvorsitzende Henning Kreke.

Auch Douglas habe in einigen Auslandsmärkten die Kaufzurückhaltung stark zu spüren bekommen. Erfreulich laufe es aber weiterhin in Polen, Russland und seit einigen Monaten auch wieder in der Türkei. "Vor dem Hintergrund des langsam wieder anziehenden konjunkturellen Umfeldes sind wir zuversichtlich, die aktuellen Turbulenzen gut überstehen zu können", betonte Kreke. 

Parfüm gut, Bücher besser

Die Parfümerien erwirtschafteten in den ersten sieben Monaten ein Umsatzplus von 2,1 Prozent, das Buchgeschäft wuchs um 6,7 Prozent. Das Schmuckgeschäft Christ koppelte sich den Angaben zufolge von der verhaltenen Entwicklung in der Branche ab und erhöhte die Umsätze um 1,6 Prozent. Ein Problemfall bleibt das Textilgeschäft, die 14 Damenmodehäuser von Appelrath-Cüpper mussten einen Umsatzrückgang von 11,5 Prozent.

Die Investitionen im Konzern wurden im zweiten Quartal um Vergleich zum Vorjahr um fast 15 Prozent gekürzt. Kumuliert lagen sie bei 67,4 Millinen Euro und sollen im Gesamtjahr bei 140 Millionen Euro liegen.

Aktie verliert

An der Börse kamen die Aussagen nicht gut an. Die Douglas-Aktie verlor am Mittag 2,6 Prozent auf 30,90 Euro bei einem insgesamt knapp behaupteten MDax. Vor allem der Ausblick wurde von Marktbeobachtern kritisiert. Die bereinigte Spanne von 90 Millionen bis 110 Millionen Euro sei eine negative Überraschung, sagte Equinet-Analyst Ingbert Faust.

Zu den Zahlen bemerkte Faust, das späte Osterfest verzerre das Bild. Der Umsatzrückgang binnen Jahresfrist sei nur marginal höher als erwartet ausgefallen. Das Vorsteuerergebnis hingegen habe zwar deutlich unter der Markterwartung gelegen, sei allerdings Einmaleffekten aus der Straffung des Filialnetzes und der Untervermietung eines Ladenlokals in Berlin geschuldet.

dpa / Dow Jones