Damit sich Konsumenten künftig nicht mehr fragen, ob sie eine Pfand- oder Einwegflasche vor sich haben, wurde eine neue Kennzeichnung beschlossen. Ein großes Bündnis aus Industrie und Handel steht dahinter. Kritik gibt es aber von Umweltverbänden.

Verbraucher sollen künftig leichter erkennen können, ob eine Pfandflasche mehrfach verwendet wird oder nicht. 42 deutsche Handelsunternehmen und Getränkehersteller gaben am Mittwoch in Berlin eine entsprechende "freiwillige Selbstverpflichtung" ab. Darin versprechen sie, ihre Flaschen demnächst deutlicher zu kennzeichnen als bisher.

Zu den Firmen, die sich der Initiative angeschlossen haben, gehören Branchengrößen wie die Coca-Cola GmbH, PepsiCo Deutschland, Gerolsteiner (allesamt Hersteller), die Händler Lidl, Netto, Penny, Aldi, Rewe sowie einige größere Brauereien. Insgesamt werde eine Marktabdeckung von 84 Prozent erreicht, teilten der Handelsverband HDE und die Verbände der Getränkeindustrie mit. 

Umsetzung bis 2017

Die beteiligten Unternehmen werden die drei Informationen "Einweg", "Pfand" sowie die Angabe der Pfandhöhe (0,25 Euro) auf Etiketten von gesetzlich bepfandeten Flaschen und Dosen anbringen. Eine flächendeckende Umstellung der Kennzeichnung durch die Unternehmen ist bis Ende 2017 geplant.

Bereits zum Start setzt die Initiative auf eine sehr hohe Marktrelevanz, schreibt der HDE weiter. Die aktive Teilnahme marktbedeutender Unternehmen führ zu einer Einbeziehung von etwa 84 Prozent des Marktvolumens an pflichtbepfandeten Einweg-Getränkeverpackungen.

Die Teilnahme an der Verbände-Initiative ist freiwillig und steht allen Unternehmen offen, sofern eine entsprechende förmliche Erklärung gegenüber einem der Trägerverbände abgegeben wird. Getragen wird die Initiative von der Arbeitsgemeinschaft konsumenten- und ökologieorientierter Getränkeverpackungen, dem Bund Getränkeverpackungen der Zukunft, der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, dem Deutschen Brauer-Bund, dem HDE und der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke.

Umweltverbände sind unzufrieden

"Die Neuregelung schafft für den Verbraucher beim Getränkekauf endlich mehr Transparenz", lobte die Verbraucherschutzbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Mechthild Heil. "Ich bin froh, dass auch große Importeure mitmachen", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Sie hoffe, dass die bessere Kennzeichnung dazu führen werde, "dass mehr Verbraucher dann zu Mehrwegflaschen greifen".

Die Vorsitzende des Umweltausschusses des Bundestages, Bärbel Höhn, warf der Bundesregierung dagegen vor, sie wälze beim nachhaltigen Konsum alle Verantwortung auf die Verbraucher ab. Höhn gab zu bedenken: "Wenn an vielen Verkaufsstellen nur Einweg zu kriegen ist, gibt es den Entscheidungsspielraum für die bessere Alternative de facto gar nicht."

Die Umweltverbände sind mit der nun angekündigten Selbstverpflichtung nicht zufrieden. Sie hatten die Einführung einer verbindlichen gesetzlichen Regelung für alle Getränkehersteller gefordert.