In der Innenstadt allein herumschlendern oder im Online-Shop allein von Produkt zu Produkt klicken, das kann ziemlich einsam sein. Social Shopping nennt sich das Shoppen in Gemeinschaft und einige Startups in dem Segment sind es wert, sie sich mal genauer anzuschauen. 

Überall auf der Welt ploppen Social-Shopping-Startups auf, die das Einkaufen zu einem besonderen Erlebnis machen wollen. Soziale Netzwerke spielen dabei eine zentrale Rolle - jedoch auf eine sehr unterschiedliche Art, wie folgende drei Beispiele zeigen. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie machen die Nutzer nicht nur zu Käufern, sondern dank des Social-Faktors zu Beratern und Marketing-Mitarbeitern in einem. 

Shopa - das Shopping-Netzwerk

Statt auf andere soziale Netzwerke zuzugreifen, haben CEO Peter Janes und sein Team in London ein eigenes Netzwerk aus der Taufe gehoben. Im Jahr 2012 ist Shopa eigentlich als B2B-Marktplatz an den Start gegangen. Dieses Jahr haben sie sich mit den Investionen in Höhe von 7 Millionen Dollar zu einer internationalen Consumer-Plattform gewandelt. Der Slogan "Where Shopping Gets Social" ist Programm: Wie in anderen sozialen Netzwerken üblich, haben Nutzer bei Shopa ein eigenes Profil, können Dinge favorisieren und einiges mehr.

Der Unterschied ist, dass Fashion-Produkte und zum Beispiel keine News im Vordergrund stehen und "trenden" können. Die Produkte können empfohlen und natürlich auch gekauft werden. Der Clou: Produktempfehlungen bzw. Käufe werden belohnt. Hat ein Freund auf Shopa ein Produkt aufgrund einer Empfehlung gekauft, erhält der Empfehlende ein spezielles Angebot. Händler profitieren von einer ausgeprägten Analyse-Möglichkeit: Wie kam der Käufer zu dem Angebot, wann hat er zugegriffen und was waren die Auslöser? Shopa ist also social durch und durch. 400 Marken sind bisher an Bord. Peter Janes hofft, in einem Jahr 10 Millionen Mitglieder zu haben. Ambitioniert, aber nicht unmöglich, wenn man sich die Entwicklung anderer sozialer Netzwerke anschaut.

Mogujie - Social-Shopping für Frauen

E-Commerce in China besteht zwar zu einem großen Teil aus Alibaba, aber eben nicht nur. Mogujie ist hier zwar weniger bekannt, aber hat abgelesen am Marktwert eine nicht zu unterschätzende Größe. Derzeit ist sogar im Gespräch, ob der Social-Shopping-Service in einer frischen Finanzierungsrunde 300 Millionen Dollar kassiert. Wenn das stimmt, würde Mogujie sage und schreibe 2 Milliarden Dollar wert sein. Das ist immerhin rund ein Drittel des Zalando-Wertes - gar nicht mal so schlecht für den unbekannten Chinesen.

Gerne wird Mogujie - im Jahr 2011 übrigens gegründet von zwei ehemaligen Alibaba-Mitarbeitern - mit Pinterest verglichen, weil die Nutzer Outfits in das Netzwerk pinnen. Diese können dann auch gekauft werden. Das wiederum erinnert an die aktuellen Pläne von Pinterest, zu einer E-Commerce-Plattform zu wachsen. 85 Millionen Nutzer haben sich inzwischen registriert, 35 Millionen von ihnen sind monatlich aktiv. 

Joinem - für Gruppen-Käufer

Ein völlig anderes Verständnis von "social" hat die kürzlich erst gelaunchte Shopping-Plattform Joinem. Ähnlich wie bei dem groß angekündigten und gehypten, aber noch nicht gelaunchten Jet sind die Preise nämlich dynamisch. Anders als Jet werden die Preise allerdings nicht dadurch in den Keller gedrückt, dass (neben weiteren Faktoren) der Händler in der Nähe des Kunden ist, sondern dadurch, dass eine bestimmte Anzahl an Kunden zusammenkommt.

Zum Beispiel könnte es sein, dass eine Kamera statt 300 Dollar nur noch 250 Dollar kostet, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit 12 Käufer zustande kommen. Gruppenkauf bzw. "WePower" nennt Joinem dieses altbekannte Dynamic-Pricing-Modell. Vor dem Launch im März hat Joinem noch eine Finanzierungsrunde über 5 Millionen Dollar abgeschlossen. Im Gegensatz zum "WePower"-Modell dürfte die Investitionssumme allerdings nicht mit einer bestimmten Anzahl an Investoren gesunken sein.