Die Dresdner Bank startet mit einem Firmenfinanzportal im Internet. Die Präsentation der neuen Business-to-Business-Aktivitäten wurde überschattet von der geplatzten Fusion mit der Commerzbank.

Die Dresdner Bank startet mit einem Firmenfinanzportal im Internet. Die Präsentation der neuen Business-to-Business-Aktivitäten wurde überschattet von der geplatzten Fusion mit der Commerzbank.

Eigentlich sollte auf der heutigen Pressekonferenz der Dresdner Bank in Frankfurt am Main ausschließlich das neue Firmenfinanzportal im Internet vorgestellt werden. Doch die Ereignisse überschlugen sich: Die Sondierungsgespräche zwischen der Dresdner und der Commerzbank über eine mögliche Zusammenarbeit wurden in der Nacht zum Mittwoch abgebrochen. Nach Aussage von Prof. Dr. Bernd Fahrholz, Sprecher des Vorstands der Dresdner Bank, sei es nicht möglich gewesen, die unterschiedlichen Interessen aller Beteiligten in einem gemeinsamen Konzept zusammenzuführen. Auch sei bei der Bewertung der beiden Großbanken und Fragen der Vermögensverwaltung keine Einigung erzielt worden. Beide Finanzhäuser wollen nun eigenständig getrennte Wege gehen. Fahrholz stellte klar, dass die Dresdner Bank den Weg des im Mai vorgestellten strategischen Programms "Fokussierte Europäische Beraterbank" konsequent weitergehe. Selbstverständlich habe die Dresdner Bank die Gelegenheit nutzen wollen, gemeinsam mit der Commerzbank die Umsetzung der Strategie zu beschleunigen.

Teil der Strategie der Dresdner Bank ist das Firmenfinanzportal im Internet, mit dem das Finanzinstitut als erste Bank in Europa eine transaktionsorientierte E-Commerce-Plattform für Firmenkunden auf den Markt bringt. Das Projekt richtet sich vom Gewerbetreibenden über den Mittelständler bis hin zum Großkonzern. Das Firmenfinanzportal soll die weltweite, bequeme Nutzung von Finanzdienstleistungen direkt über das Internet ermöglichen. Die Dresdner Bank will bis Ende dieses Jahres rund 10.000 Kunden für ihr Online-Angebot gewinnen. Das bundesweite Kundenpotenzial wird auf rund 2 Mio. Unternehmen geschätzt. Die Dresdner Bank will im Rahmen ihres Investitions- und Wachstumsprogramms in den nächsten zwei Jahren rund 1,8 Mrd. DM in den weiteren Ausbau ihrer E-Business-Aktivitäten stecken. Das entspricht rund 25% des gesamten Investitionsbudgets in diesem Zeitraum.

Der Schwerpunkt der Finanzplattform liegt zunächst in der schnellen, unkomplizierten und sicheren elektronischen Abwicklung von Finanztransaktionen. Darüber hinaus bietet das Portal in Kooperation mit unabhängigen Partnern besondere Finanzmarktinformationen sowie geschäftsbezogene Mehrwertdienstleistungen wie beispielsweise Reisebuchungen. Neben dem Wirtschaftssender n-tv ist die Dresdner Bank bislang strategische Partnerschaften mit der Lufthansa AG und der Deutschen Bahn AG eingegangen.

Das Firmenfinanzportal bietet außer Produkten wie Zahlungsverkehr, Termingelder und Devisen zukünftig auch Wertpapier-Brokerage, Zinstermingeschäfte sowie Finanzierungen. Die Kostenvorteile gegenüber den herkömmlichen Vertriebswegen werden an die Kunden weitergegeben. Ziel sei, bis zu Beginn des kommenden Jahres alle standardisierten, firmenspezifischen Produkte und Dienstleistungen der Dresdner Bank über das Portal verfügbar zu machen.

Wie Fahrholz betont, sei das Firmenfinanzportal ein weiterer Schritt der Dresdner Bank hin zur ersten Full-Service-Internet-Bank für Firmenkunden. Dabei handele es sich nicht um einen eigenständigen Vertriebsweg, sondern um einen zentralen Bestandteil der integrierten Multikanal-Strategie im Firmenkundengeschäft. Ermöglicht werde ein funktionierender Multikanal-Vertrieb erst durch ein vernetztes Informationssystem, das den Gesamtüberblick über sämtliche Kundenaktivitäten über alle Vertriebskanäle hinweg sicherstellt. Damit werden Informationsbrüche verhindert. Ein solches Customer-Relationship-Management-System (CRM) zählt zu den Grundvoraussetungen eines Multikanal-Verbriebs, insbesondere bei der Integration des E-Commerce. Die Dresdner Bank ist hierfür eine strategische Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Siebel eingegangen.

Mit dem Firmenfinanzportal will die Bank ihren Anspruch untermauern, führender Anbieter von leistungsfähigen und innovativen E-Business-Lösungen zu sein, und sie verspricht sich gleichermaßen eine deutliche Steigerung der Effizienz sowie eine drastische Kostensenkung. Erklärtes Ziel ist, die Eigenkapitalrendite nach Steuern bis zum Jahr 2003 auf 15% p.a. zu steigern. (AH)


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