Der insolvente Weltbild-Konzern gehört jetzt Walter Droege. Der Kaufvertrag wurde am Wochenende gezeichnet. Ziel ist die vollständige Übernahme durch den Düsseldorfer Investor.

Die Mehrheitsübernahme des insolventen Weltbild-Konzerns durch den Düsseldorfer Investor Walter Droege ist unter Dach und Fach. Der notarielle Kaufvertrag sei abgeschlossen worden, wie Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Montag mitteilte.

Der Vertrag wurde demnach am Samstag unterzeichnet, am Montag wurden in Augsburg die Weltbild-Mitarbeiter informiert. Der Übernahme müssen nun noch das Kartellamt, der Weltbild-Gläubigerausschuss und der Droege-Aufsichtsrat zustimmen.

Geiwitz bleibt Minderheitsgesellschafter

Die Sanierung der Verlagsgruppe mit den etwa 2.100 Beschäftigten am Unternehmenssitz in Augsburg und in den bundesweit verteilten Buchhandlungen erfolgt als Joint Venture. Die Droege International Group AG übernimmt die Führung bei dem früheren Kirchenunternehmen, Geiwitz bleibt als Vertreter der Gläubiger zunächst Minderheitsgesellschafter. Weltbild wurde 1948 gegründet und befand sich bis zur Insolvenz im Januar 2014 vollständig im Besitz der katholischen Kirche.

Wie Geiwitz Mitte Juli erläuterte, wird das neue Besitzverhältnis zunächst etwa 60 zu 40 Prozent sein. Später will Geiwitz auch die restlichen Minderheitsanteile an das Unternehmen von Walter Droege verkaufen. Zunächst werde das Weltbild-Grundkapital erhöht, erklärte Geiwitz damals. Droege bringe dafür 20 Millionen Euro in das Unternehmen ein.

Bei 125 Gesellschaften beteiligt

Droeges Beratungs- und Investmenthaus ist eigenen Angaben zufolge an 125 Gesellschaften in rund 30 Ländern weltweit beteiligt. Auf der Liste der Beteiligungen steht ein auf Allergiemittel spezialisiertes Pharmaunternehmen ebenso wie Logistik- oder IT-Firmen. 2013 erzielte die Droege Group einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro.

Geiwitz hatte zuvor auch mit dem Münchner Investor Paragon verhandelt, doch die Gespräche scheiterten. Im Rahmen der Insolvenz waren etwa 950 Jobs gestrichen worden. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi hatten sich positiv zum Verkauf an Droege geäußert. Die Mitarbeiter hoffen, dass die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft das Medien-Handelshaus vor einem Weiterverkauf zehn bis zwanzig Jahre behält und es zu keinem weiteren großen Stellenabbau kommt.

Der letzte Konkurrent von Amazon

Weltbild gilt als einer der wenigen Onlinehändler als ernstzunehmender Amazon-Konkurrent hierzulande. Auch die Vertriebsplattform bücher.de gehört mehrheitlich zu Weltbild.

Die Weltbild-Mutter hatte Insolvenz anmelden müssen, nachdem die beteiligten Bistümer die notwendige Unternehmenssanierung im dreistelligen Millionenbereich nicht mehr finanzieren wollten. Zuletzt hatte das Unternehmen rund 100 Millionen Euro Verlust im Geschäftsjahr verbuchen müssen.