Seit Mittwoch stehen die Druckmaschinen still. Es ist immer noch nicht klar, ob der Quelle-Katalog weitergedruckt wird. Auch ein Appell vom Arcandor-Insolvenzverwalter war bisher ergebnislos.

Trotz eines Appells des vorläufigen Insolvenzverwalters, Klaus Hubert Görg, ruhen die Arbeiten am Hauptkatalog der Arcandor-Versandhandelstochter Quelle weiter. Man warte auf die Sicherheit, auch bezahlt zu werden, sagte der Sprecher der Schlott-Gruppe, Marco Walz, am Montag. Noch habe man keine Zusage.

Auch der Sprecher der federführenden Druckerei Prinovis, Alexander Adler, bestätigte, dass die Druckmaschinen stillstehen und Produktion sowie Auslieferung weiterhin unterbrochen seien.

Auf den Eigentumsvorbehalt kommt es an

Ein kleinerer Teil der Auflage des für das Überleben von Quelle wichtigen Katalogs war in den vergangenen Tagen bereits ausgeliefert worden. Grund für den Stillstand sei eine Anweisung der zuliefernden Druckereien, erläuterte Adler.

"In dem Moment, wenn die Wettbewerber ihren Eigentumsvorbehalt zurücknehmen, dürfen wir juristisch gesehen wieder aktiv werden."

Seit Mittwoch kein Druck mehr

Der Katalog wird etwa zu einem Drittel von der Schlott-Gruppe (Freudenstadt) und zu zwei Dritteln von Prinovis mit Sitz in Itzehoe produziert. Auch das Unternehmen Print.Forum (Sinsheim) ist beteiligt.

Prinovis hatte am Freitag mitgeteilt, dass Schlott und Print.Forum einen Eigentumsvorbehalt auf von ihnen vorproduzierte Druckbögen geltend gemacht hätten. Die Maschinen stünden deshalb bereits seit Mittwochabend still.

In Vorkasse gehen

Der Insolvenzverwalter, Klaus Hubert Görg, hatte daraufhin an die Druckereien appelliert, die Auslieferung nicht länger zu blockieren und in Vorkasse zu gehen. Die Verzögerungen könnten die Überlebensfähigkeit von Quelle beeinflussen, warnte Görg. Quelle gehört zur Versandhandelsgruppe Primondo, die wiederum eine Tochter des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor ist.

Adler erläuterte auf Anfrage, für Prinovis sei die Anweisung der Zulieferer juristisch leider eindeutig: "Stoppt die Maschinen, liefert nicht mehr aus. Daran sind wir gebunden, das hat nichts mit Goodwill zu tun."