Der Modefachhandel hat den Umsatz im ersten Halbjahr fast gehalten - statistisch gesehen. Denn kleine und mittlere Modegeschäfte müssen oft mit größeren Einbußen zurechtkommen.

Das erste Halbjahr war für den Modefachhandel nicht einfach. Es gab viele Umsatzschwankungen und große Unterschiede zwischen den Geschäften – auch regional. Kein Wunder, dass die Datenlage über die Umsatzentwicklung der Branche nicht einheitlich ist: Die durchschnittlichen Umsatzmeldungen einzelner Bereiche von einem deutlichen Minus bis zu einem leichten Plus, meldet der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). 

Die Ursachen für die ungleichen Umsatzmeldungen liegen in den unterschiedlich zusammengesetzten Erhebungen. So deutet vieles darauf hin, dass auch im ersten Halbjahr 2009 kleine und mittlere Modefachgeschäfte deutlich schlechter als größere Modehäuser abgeschnitten haben.

"Dies liegt nicht zuletzt daran, dass größere Fachgeschäfts-Flächen schneller auf Marktveränderungen reagieren und so Einbußen in einzelnen Segmenten besser ausgleichen können", heißt es in der BTE-Pressemeldung. "Bei vielen Bekleidungsfilialisten resultiert das Umsatzwachstum zudem allein aus der Flächenexpansion, die in den meisten Berechnungen nicht bereinigt wird."

Umsatzberechnungen unterschiedlich

Hinzu komme die möglicherweise unterschiedliche Durchschnittsberechnung: Wird jedes Geschäft gleich gezählt, drückt die große Zahl der kleinen und mittleren Geschäfte mit schwächeren Ergebnissen automatisch den Mittelwert.

Wird dagegen – wie etwa bei der amtlichen Statistik – eine marktgerechte Umsatzgewichtung vorgenommen, fließen die großen (und expansiven) Geschäfte stärker in die Berechnung ein und verändern damit den Durchschnittswert erheblich.

Zur Verdeutlichung: Gemäß letzter Umsatzsteuerstatistik kamen bereits 2007 Bekleidungshäuser mit einem Nettoumsatz von mehr als 25 Millionen Euro auf einen Umsatzanteil von fast 70 Prozent, obwohl sie weniger als ein Prozent der Unternehmen stellen. Diese Daten sind  jeweils ohne Warenhäuser, Versender und andere Branchen.

Durchschnittsminus ein Prozent

Gegenwärtig geht der BTE davon aus, dass der auf Bekleidung spezialisierte Einzelhandel im ersten Halbjahr 2009 in seiner Gesamtheit ein leichtes Umsatzminus in Höhe von rund einem Prozent hinnehmen musste. Allerdings dürfte die Mehrzahl der Modefachgeschäfte deutlich höhere Umsatzrückgänge verzeichnet haben, so der BTE.

Gestützt wird diese Zahl durch die soeben vorgelegten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes, dessen Berechnungen auf einer repräsentativen Fünf-Prozent-Stichprobe beruhen. Danach liegt der Umsatz im „Einzelhandel mit Bekleidung“ aufgelaufen per Ende Juni 2009 um 1,5 Prozent unter dem Vorjahr.