Zahlreiche Start-ups melden Insolvenz an und selbst die ganz Großen der Old Economy schrauben ihre Erwartungen drastisch zurück. Auch die Deutsche Bank überdenkt nun ihre E-Business-Aktivitäten.

In der E-Business-Welt ist die Euphorie dem Realismus gewichen. Auch die New Economy, die letztes Jahr noch die Hoffnungen auf einen Konjunkturschub nährte, muss sich jetzt der Konjunkturflaute beugen. Zahlreiche Start-ups melden Insolvenz an und selbst die ganz Großen der Old Economy schrauben ihre Erwartungen drastisch zurück.

So auch der IT-Chef und Vorstand der Deutschen Bank Hermann-Josef Lamberti. Die gestrige Ausgabe (30.10.2001) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zitiert Bankkreise, wonach Lamberti derzeit intern stark unter Druck stehe. Die Internet-Strategie "Global-E" der Deutschen Bank sei nicht aufgegangen.

Wie die FAZ weiter berichtet, wollte das Unternehmen jährlich 1 Mrd. DM in die Umwandlung von traditionellem Geschäft in E-Business investieren. Tatsächlich hatten jedoch sowohl der Online-Broker "Maxblue" als auch das Finanzportal "Moneyshelf" die Erwartungen nicht erfüllt. Ähnliches gelte laut FAZ auch für das Firmenportal "DB Business Direct", dessen Einstellung bereits erwogen würde. Analysten gingen inzwischen davon aus, dass jährlich zwei Drittel der Investitionen verloren seien.

Im Rahmen eines Vortrags auf der Messe "European Banking Technology Fair", die derzeit in Frankfurt am Main stattfindet, gesteht Lamberti denn auch ein, dass "die Plattformen - für sich genommen - nicht rentabel arbeiten". Allerdings dürfe die Bedeutung von E-Business für die internen Prozesse der Bank nicht unterschätzt werden. "Bei den externen Geschäften haben wir zum Teil viel über die Bedürfnisse unserer Kunden lernen müssen", gibt Lamberti zu.

Informationen der FAZ zufolge wird der Etat für "Global-E"-Projekte von 330 Mio. Euro auf 220 Mio. Euro gekürzt. Auch das interne Business-TV der Deutschen Bank, über das die E-Business-Revolution Anfang 2000 verkündet worden war, sei mittlerweile Opfer der Kostenreduzierungen geworden.

Im Rahmen einer aktuellen Studie von Accenture gaben über 50% der befragten Unternehmen an, dass sie mit ihren E-Commerce-Aktivitäten mehr und mehr Erfolge verzeichnen. Die Deutsche Bank, so scheint es, gehört nicht dazu. (ST)


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