Ein weiterer Wirtschaftsabschwung wäre zu verhindern, wenn mittelständische Unternehmen das Internet konsequent nutzen würden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Initiative D21 und IBM Deutschland.

Ein weiterer Wirtschaftsabschwung wäre zu verhindern, wenn mittelständische Unternehmen ihre Wachstumspotenziale mit Hilfe einer konsequenten Anwendung des Internets ausnutzen würden. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Initiative D21 und IBM Deutschland, die jetzt veröffentlicht wurde. Demnach könnte der Einsatz von elektronischen Medien bei Geschäftsprozessen in kleinen und mittleren Unternehmen zu mehr Wachstum führen und neue Arbeitsplätze schaffen. "Das Internet hilft kleinen Unternehmen die Vorteile ihrer mittelständischen Struktur voll auszuspielen und zugleich als Global Player aufzutreten," sagt Erwin Staudt, Vorsitzender der Initiative D21 und Vorsitzender der Geschäftsführung IBM Deutschland GmbH.

Während Unternehmen der New Economy in diesem Jahr zum Teil bis zu 99% an Marktkapitalisierung verloren, haben sich die vermeintlichen Elefanten der Industrie wie IBM und General Electric in der Informationstechnik und Elektroindustrie und Karstadt-Quelle, Ahold, Tesco im Handel in den Turbulenzen der Börsen der letzten Monate relativ gut geschlagen und ihren Börsenwert behauptet. Die Herausgeber der Studie begründen diese Entwicklung mit der Tatsache, dass diese Unternehmen rechtzeitig auf den Wandel setzten. Durch den Einsatz des Internets in Geschäftsprozessen mit Partnern, Kunden und Lieferanten haben sie an Effizienz gewonnen und in neue digitale Einkaufs- und Vertriebskanäle investiert, die es ihnen jetzt in wachstumsschwachen Zeiten ermöglichen, ihre Wettbewerbsposition zu halten.

Diese Potenziale sind, so die Studie weiter, beim deutschen Mittelstand noch nicht ausgeschöpft. Zwar verfügten bei einer Umfrage von 1.500 KMUs im Jahre 2001 rund 70% der mittelständischen Unternehmen in Deutschland über eine eigene Internet-Seite. Der Vertrieb von Waren und Dienstleistungen an Kunden und Lieferanten ist jedoch nach wie vor unterentwickelt. Zur Zeit nutzen erst circa 20% der befragten Unternehmen das Internet für die Abwicklung von Geschäften. Hier haben Unternehmen der "New Economy" viele Ideen und Impulse in den Markt gebracht. Häufig fehlten aber Erfahrung, Markt und Geschäftsbeziehungen. Genau hier besteht nach Ansicht von Initiative 21 und IBM für mittelständische die Chance, diese Ideen aufzugreifen und zu ihrer eigenen Zukunft zu machen.

Die Untersuchung zeigt unter anderem auf, dass mittelständische Unternehmen durch kurze Entscheidungswege und kleinere Organisationen sehr viel schneller als Großunternehmen in der Lage sind, ihre Geschäftsprozesse auf das Internet umzustellen. Haupthindernisse sind heute jedoch vielfach die mangelnde Überzeugung der Geschäftsführer, dass Internet-basierte Geschäftsprozesse mit ihrem Unternehmen vereinbar sind. Gefürchtet werden auch zusätzlicher Personalbedarf, Investitionskosten und mangelnde Kundenakzeptanz. Die politischen Hindernisse sind unklare rechtliche Rahmenbedingungen im E-Commerce und Bedenken bezüglich des Datenschutzes. Hier ist die Politik gefragt, die gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, die es auch kleineren Unternehmen ermöglichen, erfolgreich im E-Commerce zu operieren. Ebenfalls notwendig sind effiziente und unkomplizierte Förderprogramme, die die Startbedingungen für mittelständische Unternehmen für den Weg ins E-Business verbessern.

Die Untersuchung ist unter kontakt@initiatived21.de online erhältlich. (ST)


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Die Initiative D21 e.V. ist ein gemeinnütziger, branchenübergreifender Verein von über 300 Unternehmen mit dem Ziel, in Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft in Deutschland zu beschleunigen und die Chancen für Wachstum und Beschäftigung zu nutzen.


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