Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum freut sich der Online- und Versandhandel im 2. Quartal 2013 über ein Umsatzplus von 30 Prozent.

Der Distanzhandel kennt seit Jahren nur eine Richtung: Nach oben. Nachdem schon die Umsatzzahlen des Online- und Versandhandels des ersten Quartals des Jahres 2013 gegenüber dem Vorjahr sehr gut ausgefallen waren, stehen die Zahlen des zweiten Quartals dem in nichts nach, meldet der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh). Im Vergleich zum ersten Quartal 2013 konnten die Händler demnach im zweiten Quartal beim Umsatz noch einmal um zehn Prozentpunkte auf 11,8 Milliarden Euro zulegen. Vergleicht man den Umsatz mit dem 2. Quartal 2012, liegt das Umsatzplus sogar bei rund 30 Prozent.

Der Distanzhandel wird dabei wenig überraschend immer mehr zum Onlinehandel: Der E-Commerce-Anteil des Versand- und Onlinehandels betrug im 2. Quartal dieses Jahres 84,5 Prozent; im 2. Quartal 2012 lag er noch bei 72,3 Prozent.

Bekleidung, Bücher, Schuhe

Mit einem Umsatz von 2,973 Milliarden Euro war Bekleidung auch im 2. Quartal die umsatzstärkste Warengruppe und legte im Vergleich zum 1. Quartal dieses Jahres um 18,7 Prozent zu. Der Umsatz mit Büchern ging im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent auf 1,268 Milliarden zurück, wohingegen Schuhe um 98,9 Prozent auf 1,078 Milliarden zulegten. Der Umsatz von Elektronik-Artikeln legte im 2. Quartal im Vergleich zum 1. Quartal um 2,2 Prozent auf 960 Millionen Euro zu, die Bild- und Tonträger um 4,9 Prozent auf 746 Millionen Euro.

Die größte Umsatzsteigerung im Vergleich zum 1. Quartal 2013 weisen demnach die Warengruppe DIY/ Garten/ Blumen mit einem Plus von 160,6 Prozent auf 391 Millionen Euro aus, Auto, Motorrad / Zubehör legten um 91,9 Prozent auf 261 Millionen Euro und Hobby- und Freizeitartikel um 30,5 Prozent auf 509 Millionen Euro zu. Mit einem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2013 beflügeln die elektronischen Güter den Interaktiven Handel, wie der bvh den Online- und Versandhandel nennt, zusätzlich.

Umsatzstarke Onlinemarktplätze

Was die Vertriebswege angeht liegen Onlinemarktplätze wie eBay, Amazon, Rakuten, Mercateo und MeinPaket.de mit einem Umsatzanteil von 6,269 Milliarden Euro vorn. Sie legten im Vergleich zum 1. Quartal um 1,9 Prozent zu. Es folgen die "Multichannelversender", die im Vergleich zum Zeitraum Januar bis März ihren Umsatz um 16,7 Prozent auf 3,471 Milliarden Euro steigern konnten. Dazu zählt der Verband alle Versender, die mehr als einen Vertriebskanal benutzen, auch Apotheken und Teleshopping-Anbieter.

Die Versender mit Katalog- und Internetangebot legten im Vergleich zu den ersten drei Monaten dieses Jahres um 11,9 Prozent auf 1,982 Milliarden Euro zu, die "reinen" Internethändler ("Internet-Pure-Player") legten beim Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um 36,5 Prozent auf 1,572 Milliarden Euro zu. Auch Versender mit Heimat im stationären Handel konnten ihren Umsatz um 35,5 Prozent auf 1,088 Milliarden Euro steigern.

"Das Wachstum der Branche beeindruckt sehr und zeigt einmal mehr, dass der Interaktive Handel mittlerweile in einem großen Teil der deutschen Haushalte zur Selbstverständlichkeit geworden ist", sagt bvh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. "Besonders beachtlich ist der Anstieg des E-Commerce-Anteils. Mit mittlerweile mehr als 80 Prozent Anteil an der Gesamtbranche ist dieser Kanal ungeschlagener Spitzenreiter für die Bedarfsdeckung der Kunden beim Kauf auf Distanz."

Zur Studie

Die Untersuchung „Interaktiver Handel in Deutschland“ wird in diesem Jahr zum 8. Mal, aber im aktualisierten Design erstmalig vom Marktforschungsinstitut GIM-Gesellschaft für innovative Marktforschung im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) in Kooperation mit dem E-Commerce-Experten ChannelAdvisor durchgeführt. Dafür werden rund 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter von über 14 Jahren von Januar bis Dezember 2013 telefonisch und per Onlinefragebogen zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen beispielsweise im Bereich Downloads oder Ticketing befragt.