Erfolgreiche E-Learning-Angebote in Unternehmen erfordern eine ausreichende Infrastruktur, eine Weiterbildungskultur sowie den kontinuierlichen Austausch mit den Lernenden und damit die Anpassung der Inhalte.

Erfolgreiche E-Learning-Angebote in Unternehmen erfordern eine ausreichende Infrastruktur, eine Weiterbildungskultur sowie den kontinuierlichen Austausch mit den Lernenden und damit die Anpassung der Inhalte. Ergo, E-Learning-Angebote müssen sich noch stärker an den Bedürfnissen der Mitarbeiter im Unternehmen orientieren. Zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer der gemeinsamen Tagung "E-Learning im betrieblichen Alltag" des Deutschen Multimedia Verbandes (dmmv) und des DGB-Bildungswerkes.

Rund 40% der deutschen Großunternehmen setzen laut einer Studie von MMB/Psephos bereits E-Learning-Programme ein. Doch vielfach stoßen sie bei Mitarbeitern auf Ablehnung. Der Grund hierfür ist, dass viele Programme nicht ihren Lernbedürfnissen entsprechen oder sich nicht in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

Allgemeiner Konsens der Tagung war daher auch: Mitarbeiter müssen in Zukunft intensiver und frühzeitiger in den Gestaltungsprozess einbezogen werden. "Nur durch diesen konstruktiven Dialog können wir die Qualität von E-Learning-Angeboten garantieren und zielgruppenadäquat produzieren", so Dr. Lutz Goertz (dmmv Referent für Aus- und Weiterbildung).

E-Learning für sich genommen ist kein Allheilmittel. Der Bildungsbedarf muss differenziert ermittelt und anhand von Erfolgsmechanismen ständig überprüft und weiterentwickelt werden. Und selbst das beste E-Learning-Angebot nutzt nicht, wenn die Infrastruktur nicht stimmt. Auch hier müssen die richtigen Rahmenbedingungen in den Unternehmen geschaffen werden: Dazu gehört nicht nur die richtige Hardwareausstattung, sondern vielmehr auch eine Weiterbildungskultur, die im Unternehmen gefördert werden muss. Feierabendfortbildung oder fest in den Arbeitsablauf integrierte Lernangebote - wie motiviert man Mitarbeiter zum Lernen und fördert damit die Leistungsfaehigkeit des Unternehmens? Hier müssen E-Learning-Angebote flexibel sein: So äußerten einige der Arbeitnehmer durchaus den Wunsch, von zu Hause aus zu lernen, einige finden im familiären Umfeld jedoch nicht die Ruhe. Hier bietet gerade "Web Based Training" die Vorteile von Zeit- und Ortsunabhängigkeit.

Doch nicht zu unterschätzen ist der gezielte Aufbau von Medienkompetenz bei einigen Mitarbeitern, bevor E-Learning flächendeckend zum Einsatz kommen kann.

Die gemeinsam erarbeiteten Eckpunkte für eine User-gerechte Nutzung von E-Learning lauten:
- Differenzierte Analyse des Bildungsbedarfs
- Angebot der richtigen Infrastruktur
- Schaffung einer Weiterbildungskultur
- Aufbau von Medienkompetenz

Arbeitgeber, die sich bereits mit dem Thema E-Learning auseinandersetzen, können aufatmen: E-Learning wird nur von wenigen Arbeitnehmern als Instrument gesehen, um Mitarbeiter beim Lernen zu kontrollieren.

Die gemeinsame Tagung des dmmv und des DGB-Bildungswerkes gab insgesamt einen konstruktiven und positiven Ausblick in die Welt des E-Learnings. Kommen in der Regel nur die Personalentscheider oder Abteilungsleiter mit der Erarbeitung eines Lernprogramms in Berührung, so stand in diesem Fall der direkte Austausch zwischen den Nutzern von Lernprogrammen im Unternehmen und E-Learning-"Machern" im Vordergrund.

Fest steht: Der Dialog zwischen Arbeitnehmern und E-Learning-Produzenten wird fortgesetzt. Die nächste Gelegenheit hierzu besteht beim Workshop 7 auf der Fachmesse "Learntec" am 06.02.2002 in Karlsruhe. Dort werden die Ergebnisse der Tagung vorgestellt und diskutiert. (DS)


KONTAKT:

Deutscher Multimedia Verband (dmmv) e.V.
Claudia Straesser
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