Bis Ende 2005 wird eine Steigerung des Versandvolumens aus Online-Bestellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz um jährlich durchschnittlich 57% auf eine halbe Milliarde Sendungen erwartet. Die Marktforscher von Forrester sagen voraus: Onlinehändler geraten in punkto E-Logistik zunehmend unter Druck.

Bis Ende 2005 wird eine Steigerung des Versandvolumens aus Online-Bestellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz um jährlich durchschnittlich 57% auf eine halbe Milliarde Sendungen erwartet. Die Marktforscher von Forrester sagen voraus: Onlinehändler geraten in punkto E-Logistik zunehmend unter Druck.

Die wachsenden Kundenbedürfnisse nach einer zuverlässigen, flexiblen und preisgünstigen Belieferung verschärfen die Situation und zwingen den Onlinehandel zum Umdenken und Handeln, warnt Forrester. E-Logistik müsse im Onlinehandel einen noch höheren Stellenwert einnehmen. Denn 80 % der Aussendungen würden noch über unzureichende Standardpaketdienste abgewickelt, die Unzulänglichkeiten bei den wichtigsten Logistikleistungen wie Zuverlässigkeit der Lieferung, Verfolgung des Bestellstatus und Retourenmanagement aufweisen.

Zu diesem Ergebnis kommt die neue Forrester-Studie "E-Logistik erobert Kunden". Basis der Studie sind umfassende Gespräche mit Führungskräften und E-Logistikmanagern im Onlinehandel und traditionellen Handel sowie mit Experten in Logistikunternehmen.

Bislang habe der Verkauf von standardisierbaren und leicht zu handhabenden Gütern wie Bücher und CDs keine hohen Anforderungen an die E-Logistik gestellt. Mittlerweile fokussiert sich die Online-Nachfrage aber auch auf leicht verderbliche und kostspielige Produkte wie Lebensmittel und Möbel. Wie aus einer Befragung von Forrester Technographics Europe bereits im April 2000 hervorging, sei die mangelnde E-Logistik für 20 % der Nicht-Onlinekäufer ein wesentlicher Ablehnungsgrund für eine Bestellung über Internet. "Eine den Kundenansprüchen nicht gerecht werdende E-Logistik könnte das Wachstum des E-Commerce zum Stillstand bringen", befürchtet daher Christian Lipski, Senior-Analyst bei Forrester Research. Um E-Commerce für die Masse der Kunden attraktiver als den Gang zum traditionellen Händler zu gestalten, müssten Onlinehändler flexible Liefertermine, gestaffelte Logistikpreise und kundenbindende Zusatzleistungen einführen. Gleichzeitig müsse der Anteil der Logistikkosten an den operativen Kosten gesenkt werden.

Traditionelle Zulieferer könnten bei der Erfüllung der wachsenden Kundenbedürfnisse nur bedingt helfen, denn bislang bieten diese Unternehmen entweder wenig flexible oder unerschwingliche B2C-E-Logistik an. Für Lipski können sich Klein- und Großversender aus der heutigen E-Logistikmisere nur durch den Einsatz neuer Anbieter befreien. "Welcher Händler kann seinem Kunden schon zumuten, für das Senden eines 4-kg-Pakets per Kurier- oder Expressdienst von München nach Berlin zwischen 40,40 DM und 149,18 DM zu zahlen?" So biete es sich vor allem für Kleinversender an, ihre Auslieferungen über One-Stop-Anbieter abzuwickeln, die die Aussendungen mehrerer Unternehmen bündeln. Das volle Wettbewerbspotenzial werde der Onlinehandel allerdings erst durch offene E-Logistiknetzwerke entfalten können. In E-Logistiknetzwerken könnten Online-Shops über das Netz Kooperationen mit den für die Bestellung jeweils geeigneten Logistikunternehmen und sonstigen Dienstleistern eingehen und somit differenziertere, innovative Dienste anbieten. Firmen hätten die Möglichkeit, ihre Produkte mit wesentlichem Zusatznutzen wie Versicherung, kreativer Verpackung und anderen Kundenbindungselementen auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig sinke der Logistikanteil an den operativen Kosten auf unter 10% bedingt durch Preissenkungen im offenen Marktplatz, gemeinsame Kapazitätsausnutzung und einer höheren Effizienz. Pioniere für die Entwicklung von E-Logistiknetzwerken würden insbesondere solche Unternehmen sein, die über ein entsprechendes Versandvolumen und Online-Knowhow verfügen. Dazu zählen in erster Linie die im E-Commerce erfahrenen Großversender wie z.B. der Otto Versand, denen es gelingen werde, ihre führende Stellung weiter auszubauen. Auf der Seite der Logistikunternehmen werde vor allem die Deutsche Post ihre beherrschende Stellung noch ausbauen können. (RS)


KONTAKT:

Forrester Research
Dr. Barbara Löchte
Tel. 069/43 08 91-52
Fax 069/43 08 91-10
E-Mail: bloechte@forrester.com
Internet: www.forrester.com/de