Interview zum Thema Spam-Mails mit Michael Dickopf, Referatsleiter Organisation und Pressesprecher, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Interview zum Thema Spam-Mails mit Michael Dickopf, Referatsleiter Organisation und Pressesprecher, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

CYbiz: Wie viel Spams haben Sie täglich in der Mailbox?
Dickopf: Durchschnittlich erwarten mich morgens wenn ich mein Postfach öffne rund 50 bis 100 Spams. Dieser Umstand ist schon mehr als lästig, da man einen Teil seiner Arbeitszeit zum Löschen dieses Werbemülls verschwendet.

CYbiz: Wie schätzen Sie die Erfolgschancen ein, gesetzlich gegen Spam-Sünder vorzugehen?
Dickopf: In Deutschland, wie auch in anderen Ländern existieren bereits gesetzliche Regelungen. Derzeit sehe ich aber nur eingeschränkte Möglichkeiten hierdurch das Spamproblem zu lösen. Denn es gibt genug Länder wie z.B. China, die den größten Anteil an der Versendung von Spams haben, in denen es aus gutem Grund keine gesetzlichen Beschränkungen gibt.

CYbiz: Drei goldene Regeln zur Müllvermeidung?
Dickopf: Es gibt mehr als drei goldene Regeln, aber zumindest vier sollte man in jedem Fall beachten: 1. Behandeln Sie Ihre E-Mail-Adresse fast wie eine Geheimnummer Tragen Sie Ihre Mailadresse nicht überall in Web-Formulare ein. Ihre Haupt-E-Mail-Adresse sollten Sie nur an Personen weitergeben, die Sie persönlich kennen. Genauso sollten Sie auch mit den Adressen Ihrer Freunde und Bekannten verfahren. Zum Beispiel bieten viele Nachrichtenseiten die Option, Artikel oder Nachrichten mit einem Klick an einen Freund zu senden. Wenn Ihnen der Anbieters unseriös erscheint, tragen Sie die Mailadresse Ihres Bekannten nicht in das entsprechende Feld ein. Investieren Sie stattdessen lieber eine Minute mehr Zeit und schicken Sie Ihrem Freund den Link direkt über Ihr Mailprogramm zu. 2. Legen Sie sich ein zweites Postfach zu: Auf vielen Internetseiten müssen Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse registrieren, um bestimmte Dienste in Anspruch nehmen zu können. Daran führt oft kein Weg vorbei. Damit Sie nicht Ihre Haupt-E-Mail-Adresse preisgeben müssen, legen Sie sich für diesen Fall eine zweite E-Mail-Adresse zu, die Sie bei vielen Providern kostenlos erhalten. 3. Antworten Sie nicht auf Werbe-E-Mails: Oft enthalten solche Mails am Anfang oder Ende eine Anmerkung nach diesem Muster: "Klicken Sie hier, wenn Sie keine weiteren Mails mehr von uns erhalten möchten" oder "Antworten Sie mit dem Betreff 'Remove', um von der Verteilerliste gelöscht zu werden". Das sollten Sie tunlichst vermeiden, denn dadurch zeigen Sie dem Absender, dass Sie das Postfach regelmäßig nutzen. Das macht Ihre Adresse für den Weiterverkauf noch wertvoller und Sie riskieren dadurch möglicherweise in Zukunft noch mehr Reklamepost zu bekommen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Bei Newslettern, die Sie bestellt haben, können Sie sich auch ohne weiteres wieder von der Liste entfernen lassen. 4. Richten Sie Filter in Ihrem Mail-Programm ein: Wenn Sie immer vom selben Absender durch Werbemails belästigt werden, ist es ziemlich einfach, diese Mails automatisch aussortieren zu lassen. Dazu müssen Sie in Ihrem Mail-Programm einen entsprechenden Filter setzen. Bei Outlook Express klicken Sie beispielsweise auf "Extras, (Nachrichten) Regeln, E-Mail" und definieren dann die entsprechenden Bedingungen. (KC)


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