Nur nach bestätigter User-Anmeldung ist die Zusendung von Informations- und Werbe-E-Mails zulässig und sinnvoll. Das legen die neuen Verbandsrichtlinien des Deutschen Multimedia Verbandes (dmmv) fest.

Der Deutsche Multimedia Verband (dmmv) e.V. hat in diesen Tagen die neuen Verbandsrichtlinien für E-Mail-Marketing verabschiedet. In ihrer letzten Sitzung haben die Arbeitskreise "Werbung" und "Media" die von der Projektgruppe "E-Mail-Marketing" ausgearbeiteten Vorschläge angenommen und eine - nach eigenen Angaben - für alle Beteiligten akzeptable Lösung gefunden. So wurde festgelegt, dass nur nach bestätigter Anmeldung ("Double Opt-In") die Zusendung von Informations- und Werbe-E-Mails zulässig und sinnvoll sei. Denn nur wenn ein Empfänger wirklich eine Mail bekommen wolle, würde diese auch gelesen. Die Richtlinie will außerdem konkrete Hilfestellung für den Umgang mit E-Mail Verteilern geben.

"Wir wollen mit dieser Richtlinie ein ganz klares Zeichen setzen, dass wir das Internet als Kommunikationsmedium zwischen gleichberechtigten Partnern sehen und die Autonomie der Nutzer respektieren", so Alexander Felsenberg Vizepräsident und Geschäftsführer des dmmv. Mit diesem Bekenntnis zum Opt-In-Nutzen habe der dmmv die Position der Wirtschaft plausibel dargestellt. "Wir sind uns völlig im Klaren darüber, dass E-Mails nur dann gelesen werden, wenn die Nutzer selbst entschieden haben, diese Informationen auch erhalten zu wollen. Anderenfalls geht die Effizienz gegen Null und das Gegenteil ist der Fall: Der Nutzer reagiert negativ auf diese Werbeform und indirekt auch auf das Produkt. Das ist nicht im Sinne der Wirtschaft", ist Klaus Arnhold, Leiter der dmmv-Projektgruppe E-Mail-Marketing, überzeugt.

Nach Angaben des dmmv geht die Richtlinie gerade in Bezug auf die Anmeldung durch den Nutzer und die Bestätigung dieser über das von der deutschen Rechtsprechung geforderte Maß hinaus. Im internationalen Rechtsvergleich gelte jedoch kein so hoher Standard. Es müsse also mit unerwünschten Massenaussendungen gerade aus den USA und dem europäischen Ausland gerechnet werden. "Wir wollen hier ein Zeichen setzen. Das haben wir mit der Einrichtung der ‚Freiwilligen Selbstkontrolle' der Multimedia-Anbieter gemacht, die sich als funktionierendes Selbstregulierungsmodell herausgestellt hat. Bei der Problematik der Massenversendung von Werbemails ist es das Gleiche. Wir sind die erste Gruppierung der Wirtschaft, die sich eindeutig für das Opt-In sogar im doppelten Sinne ausspricht. Das muss der Standard für die Massen-E-Mail-Kommunikation werden", so Alexander Felsenberg. Vor dem Hintergrund der kontrovers und emotional diskutierten Problematik des sogenannten "Spammings" werde mit diesem Regelwerk die unerwünschte Datenflut sinnvoll kontrolliert.

Der dmmv-Projektgruppe E-Mail-Marketing, die für die Erarbeitung der Verbandsrichtlinien verantwortlich zeichnet, gehören unter anderem der E-Marketing-Experte Klaus Arnhold, Vertretern von ebay, DoubleClick, die argonauten, Kirch New Media und Pixelpark an. (ST)


KONTAKT:

Deutscher Multimedia Verband (dmmv) e.V.
Kaistrasse 14
40221 Düsseldorf
Tel. 0211-6004560
Fax 0211-60045633
E-Mail: info@dmmv.de
Internet: www.dmmv.de