Die unerwünschte Zusendung von Werbe-E-Mails ist in mehreren Gerichtsurteilen als rechtswidrig eingestuft worden. Darauf weist der eco-Verand die werbetreibende Wirtschaft hin.

Das Versenden von Werbung über E-Mail ohne vorherige Zustimmung des Empfängers ist in mehreren Gerichtsurteilen als rechtswidrig eingestuft worden. Darauf weist der Verband der deutschen Internet-Wirtschaft, eco Electronic Commerce Forum e.V., die werbetreibende Wirtschaft hin. Die unverlangte Zusendung verstößt gegen §1 UWG und §823 BGB. Verbraucher können Unterlassung und Schadensersatz verlangen.

Deshalb rät der eco-Verband der Werbewirtschaft zum "Permission Marketing". Hierbei gibt der Kunde sein Einverständnis, dass er Werbe-Mails erhält, die auf seine ganz speziellen Wünsche zugeschnitten sind. "Dies lässt sich beispielsweise mit E-Mail-Newslettern erreichen, die für eine bestimmte Zielgruppe tatsächlich wertvolle Informationen beinhalten und zusätzlich noch personalisiert werden", sagt Dr. Torsten Schwarz, Leiter des Arbeitskreises Online-Marketing im eco-Verband. "Der Verbraucher ist die Bevormundung und Entmündigung durch die Werbung leid. Immer mehr Menschen wollen selbst bestimmen, wieviel Werbung und welche Werbung von welchen Unternehmen sie erhalten. Gute und rechtlich zulässige Online-Werbung gibt daher dem Kunden das Steuer in die Hand", erklärt Schwarz. "Junge Eltern sind fast immer an Expertentipps rund ums Baby interessiert und daher einem Newsletter gegenüber aufgeschlossen. Wenn die Inhalte fachlich kompetent sind und durch Personalisierung kontinuierlich dem Alter des Kindes angepasst werden, hat das werbetreibende Unternehmen über Jahre hinweg dankbare Abnehmer gefunden. Das lässt sich auf viele Branchen, Lebensbereiche und Zielgruppen übertragen."

Der eco-Verband fordert die Werbewirtschaft eindringlich auf, ihre Online-Aktivitäten auf das Permission-Konzept umzustellen und das Internet nicht länger mit unerwünschten E-Massen-Mails zu überschwemmen. Die verschwindend geringen Kosten für E-Mails im Vergleich zum Direktmailing per Post - ungefähr 5 Euro statt 750 Euro pro Tausend Aussendungen - haben nach Angaben des Verbandes zur elektronischen Überflutung von Millionen von Verbrauchern geführt. Der Übergang vom Online-Massenmarketing zum Permission Marketing wird nach Einschätzung von Dr. Torsten Schwarz nicht nur angesichts der Rechtslage immer wichtiger, sondern spielt auch beim "Mobile Marketing" eine Schlüsselrolle. "Werbebotschaften, die per SMS auf dem Handydisplay erscheinen, wird der Verbraucher nur akzeptieren, wenn er sie selbst angefordert hat und sie exakt seinem Informationsbedarf entsprechen", meint Schwarz.

Erklärtes Ziel von eco ist es, die kommerzielle Nutzung des Internets voranzutreiben, um die Position Deutschlands in der globalen Internet-Ökonomie und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt zu stärken. eco-Forum versteht sich in diesem Sinne als Interessenvertretung der deutschen Internet-Wirtschaft gegenüber der Politik, in Gesetzgebungsverfahren und in internationalen Gremien. (ST)


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