Nur jeder dritte Einkäufer im öffentlichen Dienst wickelt seine Bestellungen direkt über das Internet ab. Dieses Manko kostet den Steuerzahler bis zu 20 Mrd. Euro im Jahr, so die Mummert + Partner Unternehmensberatung.

Nur jeder dritte Einkäufer im öffentlichen Dienst wickelt seine Bestellungen direkt über das Internet ab. Dieses Manko kostet den Steuerzahler bis zu 20 Mrd. Euro im Jahr, so die Mummert + Partner Unternehmensberatung. Nur 5% der öffentlichen Aufträge würden bisher elektronisch vergeben. Eine Zurückhaltung, die von Mummer + Partner als unnötig bezeichnet wird: Knapp zwei Drittel der Unternehmen wünschten sich, ihre Geschäfte mit dem Staat über Business-to-Business-Marktplätze abwickeln zu können.

Die Hamburger Unternehmensberater beziffern das jährliche Beschaffungsvolumen von Bund, Ländern und Gemeinden auf rund 250 Mrd. Euro. Damit sei die öffentliche Hand der mit Abstand größte Auftraggeber in Deutschland. "Die Kommunen müssen neben der touristischen Selbstdarstellung auf der behördeneigenen Homepage vermehrt ihr Potenzial in der elektronischen Warenbeschaffung nutzen", so Mummert + Partner-Experte Gunther Hoeschen. Mit der Einkaufs- und Beschaffungsorganisation via Internet (E-Procurement) könnten bis zu 8% des gesamten Beschaffungsvolumens eingespart werden. Die Vorteile von Online-Ausschreibungen liegen laut Mummer + Partner auf der Hand: Lieferanten mit Web-basierten Technologien enger anzubinden, verkürze Durchlauf- und Bearbeitungszeiten und minimiere die Kosten für die Auftragsabwicklung. 5 Mrd. Euro könnten so allein an Verwaltungskosten eingespart werden. Die Ersparnisse durch vereinfachte Preisvergleiche und eine gezielte Nachfragebündelung brächten weitere 15 Mrd. Euro.

Wie Mummert + Partner herausfand, stehen allerdings zwei von drei Verwaltungsunternehmen der Einführung elektronischer Beschaffungssysteme skeptisch gegenüber. Der Grund: Es bestünden rechtliche Unklarheiten, da das von der Europäischen Union mitbestimmte Vergaberecht Ausschreibungen via Internet erschwere. Das neue Signaturgesetz und befürchtete Personaleinsparungen würden weitere Hürden darstellen. Dennoch sind nach Ansicht der Unternehmensberater die ersten Erfolge bereits sichtbar: Beim ersten vergaberechtskonformen deutschen B2B-Marktplatz für die öffentliche Verwaltung haben sich bereits mehr als 1.000 Kommunen registrieren lassen. (ST)


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