Der ECE gehören jetzt fast alle Einkaufszentren von Frankfurt. Die Hamburger sind nun auch Betreiber des Innenstadtcenters "MyZeil". Wie sich der Wechsel auf das Haus für junge Kunden auswirken wird, ist noch unklar.

Was sich seit geraumer Zeit angekündigt hatte, ist jetzt offiziell. Das Frankfurter Shoppingcenter "MyZeil" wechselt den Besitzer und ist nun auch in den Händen der ECE. Der Hamburger Centerbetreiber und Branchenführer erwirbt gemeinsam mit dem zur Deutschen Bank gehörenden Deutschen Asset & Wealth Management (Deutsche AWM) die Immobilie "Palais Quartier", zu der das Center gehört.

Der Kaufpreis beträgt 800 Millionen Euro, laut ECE beteiligen sich die Hamburger daran zu 10 Prozent und übernehmen das Management des Center "MyZeil". Verkäufer der Immobilie ist die zur Rabo Real Estate Group gehörende KP Investments.

Das Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang LaSalle (JLL) begleitete die Transaktion. Jörg Ritter, bei JLL zuständig für Einzelhandelsimmobilien, spricht von einem intensiven Bieterwettbewerb um den Kauf der Immobilie, bei dem auch internationale Konkurrenten beteiligt gewesen seien.

Das als "Rundschau Areal" bekannte unbebaute Grundstück der Liegenschaft wurde an die Strabag Real Estate verkauft und wird von dieser entwickelt. Laut "Frankfurter Rundschau", die einst hier residierte, sollen hier Wohnungen und Büros entstehen.

800 Millionen Euro Kaufpreis

Das "Palais Quartier" in der Frankfurter Innenstadt an der Haupteinkaufsstraße Zeil Ecke Große Eschenheimer Straße verfügt laut ECE über rund 115.000 Quadratmeter Mietflächen und besteht aus fünf Gebäudeteilen: Dem Bürohochhaus "Nextower" (rund 33.790 Quadratmeter auf 32 Etagen), dem Hotelhochhaus "Jumeirah Frankfurt" (rund 26.300 Quadratmeter; 218 Zimmer), dem rekonstruierten Palais "Thurn und Taxis" (rund 6.300 Quadratmeter), dem Einkaufszentrum "MyZeil" (43.800 Quadratmeter; mehr als 100 Läden sowie Gastronomie) und einer Tiefgarage mit etwa 1.400 Stellplätzen.

Der Kaufpreis von 800 Millionen Euro markiere eine der größten Immobilientransaktionen in diesem Jahr, betonen ECE und JLL. Im Jahr 2013 zählte das "MyZeil" mit etwa 15 Millionen Besuchern zu den meistfrequentierten deutschen Shoppingcentern. Das Haus wurde stark auf junges Publikum ausgerichtet, das Gros der Kunden ist zwischen 14 und 21 Jahren alt. Die Getränkeabteilung des im Keller beheimateten Supermarkts Rewe erfreut sich vor allem in den Abendstunden am Wochenende großer Beliebtheit bei Jugendlichen. Erst Anfang November wurde hier eine Filiale der jungen Modemarke Superdry eröffnet.

Für das Center gab es zuletzt einen "Masterplan", der weitere Veränderungen am Gebäude vorsah. Dieser wurde wegen des Verkaufs nicht vollständig zu Ende geführt.
Trotzdem sei der Plan erfolgreich gewesen, wie Jürgen Hege im Gespräch mit Der Handel betont, Geschäftsführer der Palais-Quartier Asset-Management, das bisher Betreiber des Centers war. "Ich bin erfreut darüber, dass der Verkauf so professionell vollzogen wurde."

Die ECE hat schon Ideen

Unklar ist nun nicht nur, was aus Hege wird, sondern auch, ob und wie die ECE das "junge Center" verändern will. Für Alexander Otto, Chef der ECE Projektmanagement steckt jedenfalls im "MyZeil" noch Potenzial, erste Ideen seien schon auf dem Weg. "Wir freuen uns, nun auch auf der Zeil ein Objekt betreuen zu können, welches aufgrund der zentralen Lage und spektakulären Architektur einzigartig ist. Diese Übernahme rundet unser besonderes Engagement im starken Wirtschaftsraum Frankfurt ab."

Die ECE betreibt auch das "Skyline Plaza" an der Messe, das im August 2013 eröffnet wurde, aber von den Kunden noch nicht in dem Maße angenommen worden ist, wie sich die ECE versprochen hatte. Zudem gehört dem Betreiber das Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach, wenige Autominuten westlich von Frankfurt. Lediglich das Center "Nordwestzentrum" gehört nicht der ECE, sondern dem Kaufmann Josef Buchmann.