Der Shopping-Center-Spezialist ECE stoppt zwei Projekte in Russland. Aufgrund der Finanzkrise sei es schwieriger geworden, Investoren zu finden, sagt ECE-Chef Otto.

Die ECE, europäischer Marktführer in der Entwicklung innerstädtischer Einkaufszentren, ist derzeit zurückhaltender beim Bau neuer Anlagen im Ausland. "In der Ukraine beobachten wir vorerst nur den Markt, in Russland haben wir unsere Projekte verschoben", sagte der Vorsitzende der ECE-Geschäftsführung Otto, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg.

Angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise sei es schwieriger geworden, Finanzinvestoren für Projekte zu gewinnen. Mitte November hatte das Unternehmen seine 100. Einkaufsgalerie in Prag mit rund 140 Geschäften in Betrieb genommen. 

Projekte in Jaroslawl und Togliatti auf Eis gelegt

Foto: ECE
Foto: ECE
Von den Verzögerungen sind ein Einkaufszentrum mit 200 Geschäften in der 600.000 Einwohner zählenden russischen Stadt Jaroslawl betroffen sowie die "Volga Mall"  in der Autostadt Togliatti. Beide sollten 2010 fertiggestellt werden. Der Handel berichtete in der Oktober-Ausgabe über die beiden Projekte.

Noch ist offen, wie lange sich der Baustart verschiebt. ECE ist vor allem in Deutschland und mehr als weiteren zehn Ländern tätig, darunter auch in Katar. In Doha gestaltet ECE eine Shopping-Mall neu. An eine Ausweitung des Projektgeschäfts in Asien denkt Otto derzeit nicht: "Man sollte nicht zu viele Länder in Angriff nehmen."

Fallende Immobilienpreise ergeben gute Chancen in Deutschland

Vielmehr sieht das Mitglied der Hamburger Unternehmer-Familie Otto angesichts der Wirtschaftskrise Chancen im inländischen Markt, der angesichts nachgebender Preise für Gewerbeimmobilien in Bewegung sei und dadurch Optionen für den Erwerb "guter Lagen" biete.

Die unternehmenseigene Entwicklung im nächsten Jahr bewertete Otto zuversichtlich: "Wir müssen kein Projekt nachfinanzieren. Unsere Bankdarlehen sind bis 2014 abgesichert."

Derzeit sind mehr als zwanzig Objekte in Bau und Planung, das ständige Projektvolumen wird auf fünf Milliarden Euro beziffert. Nach Planung und Bau übernimmt ECE auch das Center-Management mit der Vermietung der Einzelhandelsflächen. 

Neben Einkaufsgalerien projektiert das 1965 von Versandhauspionier Werner Otto (Vater von Alexander) gegründete Unternehmen auch Bahnhöfe (Leipzig, Köln, Hannover), Bürohäuser, Firmenzentralen (Thyssen-Krupp/Essen) und Logistikflächen. An den Einkaufsgalerien ist ECE Mehrheits- oder Minderheitseigner mit anderen institutionellen Investoren. ECE beschäftigt 3.000 Mitarbeiter.