Trotz der Euro-Krise will ECE-Chef Alexander Otto mit Shoppingcentern in Südeuropa expandieren. In Italien und Spanien gebe es noch große Marktchancen. Mit antizyklischen Investments hatte der Sohn von Werner Otto zuletzt großen Erfolg.

In Italien oder Spanien böten sich "echte Marktchancen", sagte der Sohn des legendären Versandhausgründers Werner Otto im Interview mit dem "Handelsblatt". Der 44-Jährige führt das Unternehmen, das mit 140 Einkaufszentren größter Anbieter Europas ist, seit elf Jahren.

In Südeuropa investiere man nur in Topqualität und mit "höchster kaufmännischer Vorsicht", betonte Otto. Die Preise seien günstig, anders als in Polen, Deutschland oder Österreich, wo neue Wettbewerber wie Pensionsfonds auf den Markt drängten. Erst vor vier Wochen habe man im italienischen Chieti ein Center zu "günstigen Konditionen" erworben.

Da es in Italien schwierig sei, an Kredit zu kommen und Investoren viel Eigenkapital in Projekte einbringen müssten, sei es für die Konkurrenz schwer dort tätig zu werden.

Keine weiteren Engagements in Griechenland geplant

Zukäufe in Griechenland schloss Otto aber aus, das Risiko eines Euro-Austrittes könne man nicht tragen. Aktuell ist die ECE dort über ein Joint-Venture in zwei Shoppingcenter "sehr erfolgreich" investiert.

In Deutschland sei das Weihnachtsgeschäft nach schleppendem Anlauf überraschend positiv ausgefallen, erklärte der ECE-Chef. "Die Menschen gewöhnen sich an die negativen Schlagzeilen." Ein Ende der Euro-Krise sieht Otto aber noch nicht.

Die Krise sei von Spekulanten getrieben, Südeuropa stehe vor einem Konsumeinbruch, der sich auch auf die deutsche Wirtschaft auswirken werde. Hierzulande sieht Otto daher für 2012 "kaum Wachstum" vorher.

Aktienkurs der Developer Diversified Realty vervierfacht

Mit einem antizyklischen Investment hatte die Otto-Familie zuletzt in den Vereinigten Staaten Erfolg. 2009 auf dem Höhepunkt der Finanz- und Immobilienkrise beteiligte sich die Familie mit rund 112 Millionen Dollar an dem größten amerikanischen Shoppingcenter-Betreiber Developer Diversified Realty (DDR).

"Heute ist der Aktienkurs von DDR fast viermal so hoch", bilanziert Alexander Otto zufrieden. Das Investment sei eine langfristig angelegte, strategische Beteiligung mit einem regen Informationsaustausch, betonte der ECE-Chef.

dpa, hb