Electronic Partner baut kräftig um. Nicht nur das Onlinegeschäft wird wieder einmal neu gestartet, auch der Lagerstandort Düsseldorf soll sich verändern. Dass dabei 130 Jobs wegfallen, will das Unternehmen nicht bestätigen.

Immer wenn ein Unternehmen sich von seinem Chef trennt und danach externe Berater ins Haus holt, ist das kein gutes Zeichen. Das riecht nach Krise. Es fallen meist schnell Begriffe wie Umstrukturierungen oder Prozesse verbessern. Und irgendwann wird oft über Stellenabbau gesprochen.

Bei Electronic Partner (EP) waren dieser Tage Berater im Haus, vor einigen Monaten hat der bisherige Unternehmenschef Jörg Ehmer die Verbundgruppe für Elektronikhandel verlassen. Die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" meldet an diesem Freitag in ihrer Onlineausgabe, dass EP am Standort Düsseldorf 130 Stellen streichen wolle. Diese Zahl wollte das Unternehmen auf Nachfrage von derhandel.de nicht bestätigen.

Es riecht nach Krise bei EP

In einer Mitteilung schreibt die Verbundgruppe, dass sich das Unternehmen organisatorisch neu aufstellen wolle, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen. "Unsere Branche unterliegt zurzeit dramatischen Veränderungen. Eine stetige Preis- und Margenerosion, massive Sortimentsverschiebungen und ein permanenter Verdrängungswettbewerb sorgen für ein herausforderndes Marktumfeld", so EP-Vorstand Friedrich Sobol, der Ehmer als Chef der Kooperation beerbt hat. "In dieser Situation ist es unabdingbar, Strukturen und Prozesse zu optimieren."

Sobol war bisher Chef von EP Österreich. Die Landesgesellschaft soll er parallel weiterhin führen.

Lagerstandort Düsseldorf soll umgebaut werden

Doch was heißt "Strukturen und Prozesse optimieren"? Laut EP werde die Organisationsform in eine Spartenorganisation verändert. Zudem werde die Lagerhaltung neu geordnet. Bisher gab es drei Lagerstandorte: Düsseldorf, Augsburg und Genshagen. Nun soll der Standort Düsseldorf geschlossen und zu einer Umladestation umgebaut werden. Die Lagerhaltung konzentriert sich zukünftig auf die Standorte Augsburg und Genshagen, wie das Unternehmen auf Nachfrage von derhandel.de mitteilt.

Mit Spartenorganisaton meint EP die Auflösung der bisher eigenständigen Bereiche Einkauf und Vertrieb. Diese sollen nun laut Unternehmen zusammengefasst werden. Die Sparten seien demnach nach Warengruppen aufgestellt: "Consumer Media", "Weiße Ware" und "Telekommunikation/Dienste".

Die ewige Baustelle - das Onlinegeschäft

Wieder einmal neu strukturiert wird auch der Onlinehandel, die größte Problemzone der Verbundgruppe. Der erste Versuch als Netshop wurde im Jahr 2009 eingstellt. Im Februar dieses Jahres sprach der damalige Unternehmenschef Ehmer von einer Onlinelösung, bei der interessierten Mitgliedern ein fertiger Webshop zur Verfügung gestellt werden sollte.

Doch nun erfolgt der neueste Neustart. "Es wird eine Ersatzlösung geben, die in den  Ländergesellschaften Österreich und Schweiz bereits operativ im Einsatz ist. In Deutschland wird diese Lösung zu Beginn des zweiten Quartals 2014 starten", teilt EP mit.

Ehmer ist übrigens immer noch präsent in der Branche der Unterhaltungselektronik und Multimedia. Denn sein Internet-Blog betreibt er auch nach seiner Trennung von EP.