Wenn es darum geht, im elektronischen Handel dauerhaft Erfolg zu haben, ist stete Wachsamkeit gefragt. Denn vor allem durch Performance-Engpässe oder gar komplett lahm gelegte elektronische Transaktionen verlieren Unternehmen oftmals Kunden und damit auch Umsatz. Moderne Überwachungssysteme für ERP-Systeme schaffen da Abhilfe und nehmen die Abfolge von Operationen innerhalb einer Prozesskette gründlich unter die Lupe.

Wenn es darum geht, im elektronischen Handel dauerhaft Erfolg zu haben, ist stete Wachsamkeit gefragt. Denn vor allem durch Performance-Engpässe oder gar komplett lahm gelegte elektronische Transaktionen verlieren Unternehmen oftmals Kunden und damit auch Umsatz. Moderne Überwachungssysteme für ERP-Systeme schaffen da Abhilfe und nehmen die Abfolge von Operationen innerhalb einer Prozesskette gründlich unter die Lupe.

Fehler kosten Geld, vor allem dann, wenn sie unternehmenskritische Bereiche betreffen. In komplexen Unternehmensnetzwerken sind beispielsweise Performance-Engpässe bei Transaktionen oder innerhalb von Anwendungen schwer zu identifizieren und noch schwerer rasch zu beseitigen. Systeme für Enterprise Resource Planning (ERP) sind dabei besonders anfällig, da sie häufig das elektronische Rückgrat eines Unternehmens bilden und auf geschäftskritische Prozesse zugreifen. Innerhalb eines ERP-Systems, das meist auf SAP-Lösungen basiert, kommt es zu komplexen Abläufen wie der Auftragsverarbeitung im Endkunden-Frontend (der Eingabemaske eines Onlineshops) und dem Zugriff auf die dahinter liegende Datenbank oder das Bestell- und Abrechnungssystem. Für den reibungslosen Ablauf der betriebswirtschaftlichen Prozesse ist es daher notwendig, Transaktionen von Anfang bis Ende zu überwachen, um bei Problemen sofort eingreifen zu können.

End-to-End-Monitoring (E2E-Monitoring) - oder auch Transaktions-orientiertes Monitoring (Abb. horizontale Überwachung) - unterscheidet sich grundlegend von dem Ressourcen-orientierten Monitoring (Abb. vertikale Überwachung). Während bei der Überwachung der Ressourcen verschiedene Teilkomponenten wie der Applikations-Server, relationale Datenbanken und einzelne Switches betrachtet werden, nimmt das E2E-Monitoring neben der eingesetzten Software bis zur Hardware den kompletten Prozessablauf ins Visier. Der Vorteil dessen liegt klar auf der Hand: Erst bei der Betrachtung aller am Prozess beteiligten Komponenten und deren Zusammenspiel können IT-Verantwortliche auch in komplexen Umgebungen schnell Performance-Engpässe aufspüren.

Mit der speziell für das E2E-Monitoring entwickelten Software IBM Tivoli Monitoring for Transaction Performance, kurz TMTP, lässt sich ein Transaktions-orientiertes Monitoring implementieren. Ein zentraler Management-Server sammelt und wertet beim E2E-Monitoring die von Management-Agents gesendeten Performance-Daten. Sämtliche Ergebnisse sichert das Programm in einem relationalen Datenbank-Management-System (RDBMS). Dieses Datenbank-System kann darüber hinaus in eine Data-Warehouse-Lösung eingebunden werden, zum Beispiel Tivoli Enterprise Data Warehouse (TEDW), die es erlaubt auch langfristige Trends, eventuell negativer Art zu erkennen.

Die für die Ortung des Problems benötigten Detailangaben erhält der Management-Server von den Programmen, den so genannten Policys, die von den einzelnen Management-Agents ausgeführt werden. In Abhängigkeit ihrer jeweiligen Aufgabe enthalten die Policys verschiedene Informationen, zum Beispiel, welche Art von Daten zu sammeln sind, welche Transaktionen oder Websites überwacht werden sollen. Sie beinhalten aber auch Schwellenwerte, die für die einzelnen Operationsabfolgen gelten und bei deren Übertretung Alarm ausgelöst wird. Ferner können sie einen Zeitplan einschließen, der den genauen Monitoring-Zeitpunkt (Start/Ende) beziehungsweise Angaben zu den Zyklen das Monitorings festlegt.

Kommt es zu einer Schwellwertverletzung (Violation), erzeugen die Management-Agents so genannte Events (TMTP Events), die an den Management-Server weitergeleitet werden. Diese Ereignisse stellt die Software auf einem webbasierten TMTP-User-Interface über ein Big Board oder Dash Board dar - also einem graphischen Anzeige- und Analyse-Tableau. Der Zugriff auf die Nutzerschnittstelle erfordert eine Kombination aus Benutzeridentifikation und Passwort. Gleichzeitig bietet die Tivoli-Software Möglichkeiten für automatische Reaktionen (automated responses). Damit kann man ohne Verzögerung auf diese Events reagieren und zum Beispiel Scripte starten sowie E-Mails an die verantwortlichen IT-Administratoren versenden. Optional lassen sich zentrale Event-Verarbeitungsprodukte einsetzen, die von mehreren Überwachungssystemen aus die Ereignisse bearbeiten.

Durch diese Art der lückenlosen Performance-Überwachung können Kunden in angemessenen Zeitfenstern beispielsweise Einkäufe erledigen. Denn bis zum abgeschlossenen Einkauf führt der Weg des Kundenauftrags in der Regel unter Überwindung einer ersten Firewall über das Internet zu Web- oder Proxy-Servern. Diese Server stellen anschließend eine Verbindung zu Web-Applikations-Servern her, welche aus Sicherheitsgründen oft durch weitere "Schutzschilder" gesichert sind. Erst auf diesen gesicherten Servern laufen die für den Einkauf erforderlichen Anwendungen, die einen Zugriff auf andere Datenbanken oder Legacy-Systeme ermöglichen. In vielen Fällen sind diese Infrastrukturen noch zusätzlich durch Middleware-Systeme wie etwa WebSphere MQ miteinander verknüpft.

Kommt es in einem solchen Komplex zu Performance-Engpässen, können komplette Transaktionen lahm gelegt werden und zu zeitaufwändigen Einkaufsvorgängen führen. Wenn infolge dessen Kunden ihre Bestellungen abbrechen, kostet dies den Unternehmen bares Geld.

Armin Arnold, IT-Spezialist bei der IT-Services and Solutions GmbH